Berufsorientierung – neue Herausforderungen finden

Berufsorientierung Fach- und Führungskräften, die im Job unglücklich sind oder sich gar zum Jobwechsel gezwungen sehen, fällt es häufig schwer, bei der beruflichen Neuorientierung Fahrt aufzunehmen.
Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit dieser Situation umgehen können, um schließlich zügig passende neue Herausforderungen zu finden.

Ist-Zustand erfassen
Führen Sie sich Ihre aktuelle Situation vor Augen. Schreiben Sie für sich die Faktoren auf, warum Ihnen Ihr aktueller Job keine Freude mehr bereitet. Vielleicht sind es die Menschen, vielleicht die wirtschaftliche Situation oder auch die fehlende Entfaltungsmöglichkeit. Notieren Sie Beispiele und belegen Sie diese mit Daten, Fakten oder auch den Namen der beteiligten Personen. Notieren Sie für sich, welche Wege Sie schon eingeschlagen haben, um innerhalb des Unternehmens aus dieser Situation herauszufinden. Prüfen Sie, ob es noch Wege gibt, die von Ihnen nicht eingeschlagen wurden aber vielleicht noch die aktuelle Situation zum positiven wenden könnten.

Schreiben Sie Ihre Kernkompetenzen auf. Notieren Sie sich Ihre beruflichen Erfolge, aus denen Sie wiederum Ihre Kompetenzen ableiten können. Überlegen Sie, zu welchen Themen Sie gefragt sind, wo Menschen sich an Sie wenden oder wann Ihre Meinung oder auch Ihr Auge oder Ihre Hand besonders gefragt sind.

Vergleichen Sie die Anforderungen, denen Sie in Ihrem Job ausgesetzt sind mit den Fähigkeiten, die Sie auszeichnen. Auch dies sollten Sie schriftlich machen, um sich das Ergebnis wiederum vor Augen führen zu können. So wird sichtbar, ob Sie die Anforderungen abdecken oder Sie Ihre Kompetenzen in diesem Job überhaupt ausspielen können.

Beantworten Sie sich die Frage, wie Sie zu Ihrem jetzigen Job gekommen sind. Fragen Sie sich, warum Sie in diesem Beruf und dieser Branche gelandet sind. War es Ihr Traum oder sind Sie einfach nur hineingerutscht?

Schließlich müssen Sie sich die Frage beantworten, ob Sie wirklich etwas ändern wollen.

Ziele definieren
Überlegen Sie jetzt, was Ihnen Spaß macht, wo Ihre Interessen und Neigungen liegen. Sind Sie juristisch tätig, interessieren sich aber wesentlich mehr für Gestaltung? Oder fühlen Sie sich in Ihrem jetzigen Job eingeengt oder unausgefüllt?
Ohne Ziel gibt es keinen richtigen Weg. Sie benötigen ein klares Ziel, dessen erreichen Sie in der Zukunft selber prüfen können. ‚Irgendwas mit Vertrieb‘ ist hierfür zu breit gefasst. Bevor Sie auf eine neue Herausforderung zusteuern, sollten Sie sich selber klare Ziele gesetzt haben.

Wägen Sie Ihre Entscheidung sorgfältig ab
Tauschen Sie sich vor der endgültigen Entscheidung mit Ihrer Familie und Ihren Freunden aus. Vergleichen Sie Eigen- und Fremdwahrnehmung, um eigene blinde Flecken zu erkennen – vielleicht trauen Ihnen Ihre Freunde zu, eine eigene Firma zu gründen. Betrachten Sie auch das Thema Mobilität: Eine neue Position kann es nötig machen, dass Sie einen längen Weg zur Arbeit zurücklegen müssen oder auch Ihren Wohnort verlegen müssen. Sind Sie bereit, diesen Preis zu zahlen?
„Ihre Familie, gerade mit kleinen Kindern, kann sehr darunter leiden, wenn Ihr neuer Beruf lange Auslandaufenthalte vorsieht“, warnt XX. „Lassen Sie sich aber generell nicht entmutigen oder verunsichern. Zweifler und Miesmacher gibt es überall. Überlegen Sie sich, ob Sie trotz Kritik an Ihren Zielen festhalten – und lassen Sie sich vor allem genug Zeit mit einschneidenden Schritten.“

Erstellen Sie einen Zeitplan
Jetzt, wo das Für und Wider deutlich ist, entwickeln Sie einen Zeitplan im Hinblick auf die Ansteuerung eines neuen beruflichen Lebensabschnitts. Lassen Sie sich Zeit bei Ihrer Entscheidung, aber lassen Sie nicht die Zeit entscheiden! Wer wartet, bis die vielleicht auch nur innere Kündigung ihn ereilt, hat die Chance auf Glück verkauft oder verschenkt.

Äußere Faktoren können massiven Einfluss auf das Erreichen Ihrer Ziele haben. Die Konjunktur, Demographie, Gesetzgebung, Energiepolitik sind nur 4 von vielen Einflussfaktoren auf Ihren persönlichen Marktwert!

Wählen Sie den richtigen Zeitpunkt für die berufliche Neuorientierung. Warten kann hilfreich, der passende Moment kann aber auch verpasst werden – wobei Goethes „Es gibt nicht gutes, außer man tut es.“ Sie eher zum Handeln als zum Warten aufruft. Angebote oder Chancen auszuschlagen, gibt ein gutes Gefühl. Doch zu allererst haben Sie sich diese zu erarbeiten, indem Sie sich neue berufliche Perspektiven erschließen.
 

Fazit
Auf die Dauer führt Unzufriedenheit erst zum Frust und dann zur inneren Kündigung, deren Folgen zu allererst Sie mit ausbleibendem Glück und verlorener Zeit zu bezahlen haben. Güter, die durch Geld nicht aufgewogen werden können. Suchen Sie Ihr Glück! Vielleicht versteckt sich die passende Herausforderung in unserem Stellenmarkt.


Eine kleine Checkliste für Ihre berufliche Neuorientierung


Ist-Zustand

  • Fühlen Sie sich im aktuellen Job unglücklich?
  • Worin liegt dies begründet? (Menschen, Aufgaben, Prozesse, Arbeitsbelastung)
  • Haben Sie Anstrengungen unternommen, die Situation zu verändern?

Ziel definieren

  • Wo liegen Ihre Interessen und Neigungen?
  • Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
  • Was zeichnet Sie aus Sicht Ihrer Freunde oder Ihrer Familie aus?
  • Was ist Ihr Traumjob oder auch Ihr Traumarbeitgeber oder auch Ihr Traumchef?
  • Wie mobil sind Sie?
  • Welche Risiken sind Sie bereit einzugehen? (Mit den Schmerzen steigt die Risikobereitschaft)