Arbeitsvertrag – Alles auf einen Blick

Du hast den Job und stehst kurz vor der Unterzeichnung deines Arbeitsvertrags? Nichts überstürzen, denn das seitenlange Dokument und besonders das Kleingedruckte müssen erst einmal ausgiebig geprüft werden.  Schließlich regelt der Arbeitsvertrag die rechtliche Grundlage zwischen dir und deinem Arbeitgeber. Möchtest du auf Nummer sicher gehen, lasse deinen Arbeitsvertrag ruhig von einer zweiten Person, möglicherweise auch einem Anwalt, gegenlesen.

Tarifbindung und Arbeitsrecht sind maßgeblich für den Arbeitsvertrag.

Einzelne Inhalte des Arbeitsvertrags können durch das Arbeitsrecht, Tarifverträge bzw. Tarifbindung oder Betriebsvereinbarungen geregelt sein. Dabei kann ein Arbeitsvertrag sowohl befristet als auch unbefristet sein.
Da für den Abschluss eines Arbeitsvertrags die Schriftform nicht zwingend vorgeschrieben ist, kann der Arbeitsvertrag sowohl mündlich als auch schriftlich abgeschlossen werden. Ist ein Arbeitnehmer nicht nur als vorübergehende Aushilfe von höchstens einem Monat eingestellt worden, so muss der Arbeitgeber nach § 2 NachwG (Nachweisgesetz) spätestens aber einen Monat nach dem vereinbarten Beginn des Arbeitsverhältnisses die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederlegen. Er muss den Arbeitsvertrag unterzeichnen und diesen dem Arbeitnehmer aushändigen.
Bei Befristung eines Arbeitsvertrags muss auf jeden Fall die Schriftform gewählt werden, da sonst ein unbefristeter Arbeitsvertrag als abgeschlossen gilt.

Unterschreiben, und gut ist – so nicht! Damit du beim Arbeitsvertrag nicht übers Ohr gehauen wirst, musst du Einiges beachten.


Arbeitsvertrag – klingt erst einmal langweilig. Solange, bis du es mit ihm zu tun bekommst und dich zwangsweise damit auseinandersetzen musst. Damit sich der Aufwand in Grenzen hält und du deine Karriere so schnell wie möglich starten kannst, hat Jobware aufgelistet, was der Arbeitsvertrag mindestens enthalten muss, bevor du unterschreibst:

  • Name und Anschrift der Vertragsparteien
  • Beginn des Arbeitsverhältnisses
  • bei befristeten Arbeitsverhältnissen die Dauer des Arbeitsverhältnisses
  • Arbeitsort bzw. Hinweis auf verschiedene Arbeitsorte
  • Tätigkeitsbeschreibung
  • Zusammensetzung und Höhe des Arbeitsentgeltes einschließlich der Zuschläge, Zulagen, Prämien und Sonderzahlungen sowie anderer Bestandteile des Arbeitsentgeltes und deren Fälligkeit
  • Arbeitszeit
  • Urlaubsdauer
  • Kündigungsfristen für das Arbeitsverhältnis
  • Hinweis auf Tarifvertrag bzw. Tarifbindung, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen

Des Weiteren kann ein Arbeitsvertrag noch folgende Angaben enthalten:

  • Probezeit
  • Genaue Tätigkeitsbezeichnung, wie z. B. Personalreferent, Lohnbuchhalter, Controller, EDV-Administrator etc., da der Arbeitgeber sonst einen großen Spielraum hat, um den Arbeitnehmer vergleichbare Tätigkeiten ausüben zu lassen (z.B. bei der allgemeinen Bezeichnung als kaufmännischer Mitarbeiter)
  • Sozialleistungen (Firmen-Pkw, Gratifikationen, Betriebliche Altersversorgung etc.)
  • Wettbewerbsverbot
  • Verschwiegenheitspflicht
  • Regelungen zu Nebentätigkeiten
  • Arbeitsverhinderungen
  • Rückzahlungsklauseln
  • Deputat für den Arbeitnehmer


Zusätzliche Absprachen zum Arbeitsvertrag, die evtl. auch zu einem späteren Zeitpunkt getroffen werden, sollten aufgrund der Beweiskraft ebenfalls schriftlich vereinbart werden. Außerdem kann es vorkommen, dass du im Arbeitsverhältnis eine Kündigung, für Änderungen des Arbeitsvertrags, erhältst. Hier handelt es sich um eine Kündigung mit dem Angebot zur Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses zu geänderten Bedingungen.