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SAP-Berater: Könige im Arbeitsmarkt Software-Experten stehen die Türen der Unternehmen weit offen. Doch der rote Teppich ist SAP-Beratern vorbehalten. Personalberatern zufolge kann ein Bewerber aus vielen Stellenangeboten auswählen.
Wie der IT-Branchenverband Bitkom im November bekannt gab, sind Software-Experten wie Java-Entwickler und SAP-Berater die mit Abstand am meisten begehrte Berufsgruppe in der IT-Industrie. 70 Prozent der von Bitkom befragten Hersteller und Dienstleistungsfirmen suchen händeringend nach Software-Profis, allen voran nach SAP-Beratern.
Was zeichnet diese Experten aus, was erwarten Arbeitgeber von dieser Berufsgruppe, die derzeit so nachgefragt ist wie keine andere? Diesen Fragen gingen die Personalberater von Apentia nach. Das Unternehmen mit Sitz in Heidelberg und St. Gallen hat sich spezialisiert auf die Vermittlung von SAP-Experten. In seinem Apentia-Index stützt es sich auf etwa 16.000 Datensätze aus Berufsprofilen und Stellenangeboten.
Favorisiert werden demnach SAP-Berater, die mit den technischen Anforderungen in Logistik und Rechnungswesen vertraut sind. Begehrt sind auch SAP-Berater, die sich auf Business Intelligence spezialisiert haben. Sie helfen Unternehmen, ihre Daten auf ihre geschäftskritische Substanz zu untersuchen. Neben technischer Expertise müssen SAP-Berater Prozess- und Branchenkenntnis ausweisen können. Wer sich in Banken und Versicherungen auskennt, ist besonders gefragt. Vorteilhaft sind auch Erfahrungen im Handel oder in der Energiewirtschaft.
Vor allem Software- und Beratungsfirmen, die sich auf SAP spezialisiert haben, reißen sich um SAP-Berater. Sie geraten zunehmend in die Zwickmühle: Die Zahl ihrer Kundenaufträge nimmt sprunghaft zu, doch ihnen mangelt es an Spezialisten. Laut Apentia ist die Personalsuche inzwischen Vorstandssache geworden.
Wegen des hohen Fachkräftemangels sind die Einstiegschancen für Absolventen gestiegen. Gut im Rennen sind Nachwuchskräfte aus Informatik, Wirtschaftsinformatik und BWL, die sich während des Studiums mit SAP befasst haben und relevante Praktika vorweisen können. Sie werden laut Apentia von den Firmen intensiv auf ihre Aufgaben vorbereitet. Ihr Einstiegsgehalt inklusive variabler Anteile kann gut 45.000 Euro erreichen.
Freilich sind berufserfahrene SAP-Berater die Lieblinge der Arbeitgeber. Bereits mit zwei oder drei Jahren Berufserfahrung winken ihnen 60.000 Euro Gehalt. Senior Consultants verdienen bis zu 80.000, Projektleiter bis zu 90.000 Euro. Umsteigern hingegen geben die Unternehmen kaum eine Chance. Auch Zertifizierungen sind laut Apentia kaum geeignet, die Chancen zu verbessern.
Die meisten SAP-Berater sind in NRW zu finden, unter den Metropolen ist München klar die Nummer eins. Wer sich wie SAP-Berater die Rosinen aus dem Jobangebot herauspicken kann, zieht nicht gern um. Doch in einer Richtung gibt es Bewegung: Immer mehr SAP-Experten orientieren sich in die Schweiz. Dort locken noch höhere Gehälter sowie aus Sicht vieler SAP-Berater attraktive steuerliche Bedingungen. Von Winfried Gertz
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