Was bin ich wert? – Realistische Gehaltsvorstellungen für Absolventen

In Zeiten von ständig steigenden Lebenshaltungskosten und endlosen Diskussionen über das Thema Mindestlohn fragt man sich immer öfter, ob man mit seinem Gehalt eigentlich im normalen Bereich liegt. Leider wird das Thema Lohn in den meisten Firmen immer noch als Tabuthema angesehen. Bevor man in die Gehaltverhandlung geht, sollte man sich auf jeden Fall gut vorbereiten um konkrete Zahlen nennen zu können.

Ähnlich verhält es sich mit Berufseinsteigern. In vielen Stellen­anzeigen werden Bewerber aufgefordert Ihre Gehalts­vor­stel­lungen anzugeben. Insbesondere Absolventen, die gerade mit dem Studium fertig sind, haben oftmals wenig Vorstellung, wenn es um das Gehalt geht. Dabei ist diese Entscheidung sehr wichtig, denn wenn die Gehaltvorstellungen zu hoch ausfallen, wird der Bewerber als zu kostenintensiv angesehen und aus dem Bewerbungs­verfahren ausgeschlossen. Bei zu niedrigen Vorstellungen verkauft er sich unter Wert. Umso wichtiger ist es, die durchschnittlichen Gehälter im eigenen Berufsfeld zu kennen und zu wissen, welche Gehaltsangaben angemessen sind.

Grundsätzlich unterscheiden sich die Gehälter je nach Fachrichtung und Branche. Im Netz findet man dazu verschiedene Gehaltstabellen. Zudem kann man bei den meisten Stellenbörsen eine Filterfunktion für Gehaltsvorstellungen anwenden. Das Karriereportal experteer.de bietet zusätzlich Gehaltsbenchmarks, ein Service der den geschätzten Marktwert für die jeweilige Position zeigt. Zu den Topgehaltsbranchen zählen unter anderem die IT- und Softwarebranche.

Durch die positive Entwicklung der deutschen Wirtschaft und den anhaltenden Fachkräfte­mangel profitieren gerade Berufsanfängern bei ihren Gehaltsverhandlungen. Hochschul­ab­sol­venten können laut einer Studie der Financial Times im Durchschnitt mit rund 40.000 Euro pro Jahr rechnen. Wer allerdings als Trainee einsteigt, muss gut verhandeln, denn hier liegen die Gehälter niedriger. Zu beachten gilt auch die jeweilige Branche, so verdienen Einsteiger in Medienunternehmen und in der Tourismusbranche vergleichsweise wenig. Unternehmen aus dem IT- und Softwarebereich bieten demgegenüber ein üppiges Einstiegsgehalt. Auffällig ist, dass es auch bei den einzelnen Funktionen Gehaltsunterschiede gibt. Beispielsweise verdient ein Berufseinsteiger in der Fertigung eines Unternehmens im Durchschnitt mehr als ein Kommilitone im Marketing der gleichen Firma.