Zu Gast beim Führungstraining - Teil 6: Führen in Veränderungsprozessen

Im letzten Teil unserer Artikelserie über die Trainingsreihe von Führungsimpuls steht das Führen in Zeiten des Wandels im Vordergrund. Dieser Erfolgsfaktor rundet die bisherigen Trainingsbausteine ab und bietet die Möglichkeit, die vermittelten Inhalte praktisch anzuwenden. Wir sprechen zum Abschluss der Trainingsreihe mit der Entwicklerin und Leiterin Scherin Beuther.

"Die eigenen Fähigkeiten in Sachen Führen in Veränderungsprozessen weiter zu entwickeln ist eine der größten Herausforderungen für Führungskräfte" fasst Scherin Beuther, Geschäftsführerin der Führungsimpuls GmbH & Co. KG, das zentrale Anliegen des fünften Erfolgsfaktors zusammen, die sie mit ihrem Team für einen internationalen Finanzdienstleister entwickelt und durchgeführt hat. "Zeiten des stetigen Wandels stellen Führungskräfte vor eine anspruchsvolle Aufgabe, die Kompetenz, Bewusstsein und Know-how erfordert". Laut Beuther müssten die Führungskräfte nicht nur die Veränderungen planen und umsetzen sowie die Mitarbeiter bei der Bewältigung der Veränderungen begleiten und unterstützen, sondern "insbesondere auch selbst die Konsequenzen des Wandels bewältigen, während sie gleichzeitig das strategische und operative Tagesgeschäft aufrecht erhalten".

Veränderungsprozesse erkennen und bewusst lenken
"Mit dem letzten Trainingsbaustein vervollständigt sich die Reihe der Erfolgsfaktoren", so Scherin Beuther über den fünften Teil des Curriculums. "Das Puzzle fügt sich zusammen, indem die Teilnehmenden alles bisher Vermittelte auf ihre aktuellen Veränderungsvorhaben beziehen und im Rahmen der kollegialen Beratung anwenden". Zusätzlich würden Dynamiken und Muster der Veränderungsprozesse klar, wie etwa die Phasen der Veränderung und die Emotionen, mit denen sich ihre Mitarbeiter und sie selbst im Angesicht des Wandels konfrontiert sehen, erläutert die Personalentwicklerin. "Die Führungskräfte sind nun quasi in der Lage, aus der Vogelperspektive auf das Veränderungsgeschehen zu blicken, wodurch sich ihr Handlungsspielraum spürbar erweitert".

"Die Führungskräfte könnten nun eine ausgewogene Palette von Erfolgsfaktoren instrumentalisieren", so Beuther weiter. Beispielsweise differenzierten sie nun zwischen den Veränderungsdynamiken auf verschiedenen Ebenen, also Individuen, Teams, Abteilungen, dem Unternehmen oder den Marktfaktoren sowie zwischen den einzelnen Stufen des Veränderungsprozesses selbst. Damit seien sie in der Lage, in Zeiten des Wandels eine tragfähige Kommunikation aufrecht zu erhalten, "die das Schlüsselinstrument darstellt, um die Veränderungsenergie konstruktiv zu nutzen und den Wandel erfolgreich zu begleiten".

"Häufig stellen die Teilnehmer fest, dass sie bereits auf dem richtigen Weg sind. Die Expertise und die Rückmeldungen stärken sie den ausgewählten Weg bewusster, gefestigter weiter zu verfolgen", fasst Beuther zusammen. Die Führungskräfte gingen mit neuen Perspektiven, alternativen Lösungen und erweitertem Handlungsrepertoire zurück an ihre Aufgaben. "Aber Veränderung heißt auch immer Abschied. Die Teilnehmer haben gelernt, wie notwendig die mit Abschied verbundene Trauerarbeit ist, um den für die Neuerungen notwendigen Platz zu schaffen". Sie fänden sich dort, wo der Lehrgang begann: bei der authentischen Führungsperson und deren Einstellung, Haltung und Werten - so blickt Scherin Beuther zufrieden auf die Führungsimpuls-Trainingsreihe zurück, "allerdings mit dem Unterschied, dass sie ein tiefes Verständnis für die Zusammenhänge zwischen den unterschiedlichen Themenfeldern Führungspersönlichkeit, Führungsinstrumente und Führungstechniken entwickelt haben".
 
Von James E. Manham