Zielgerade zum Management

Es müssen nicht immer die USA sein. Wer einen MBA (Master of Business Administration) erwerben will, um sich auf künftige Managementaufgaben vorzubereiten, findet auch in Europa ein passendes Angebot. Auf der Suche nach der richtigen Business School sollte der individuelle Karriereplan im Vordergrund stehen.

Der klassische MBA stammt aus den USA. Dort setzt die Harvard Business School seit etwa 100 Jahren Maßstäbe. In den vergangenen Jahren haben die US-Programme vor allem Konkurrenz aus Europa bekommen. Dabei haben die Europäer nicht etwa das amerikanische Modell kopiert, sondern eine eigene Variante geschaffen. Während die Programme in den USA in der Regel zwei Jahre dauern, erwerben europäische Studenten den Titel bereits nach einem Jahr. Die Institute sind meist kleiner, die Zusammensetzung der Studenten und Dozenten internationaler als in den Vereinigten Staaten. In den USA sind die Masterprogramme an die wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten einer Universität angeschlossen, wie übrigens auch in Deutschland. In Europa werden MBA-Programme eher von privaten Instituten angeboten, die auf Initiative von Wirtschaftsunternehmen gegründet wurden. Vorteil: der enge Praxisbezug und die guten Beziehungen zu potenziellen Arbeitgebern.

Jedes MBA-Programm gibt sich einen internationalen Anstrich. Doch eine Business School in den USA beschäftigt sich vorrangig mit dem eigenen Wirtschaftsraum, fokussiert ihre Fallstudien darauf und lehrt einen amerikanischen Führungsstil. In Europa bewegt man sich diesbezüglich ebenfalls innerhalb der eigenen Grenzen. Wer nach dem Abschluss gerne für ein US-Unternehmen arbeiten möchte, ist also gut beraten, die Ausbildung auch dort zu machen.

Ein Vollzeitstudium im Ausland bietet sich vor allem für Kandidaten an, die einen kompletten Karrierewechsel anstreben. Andere sehen ihr Entwicklungspotenzial eher im eigenen Unternehmen: Hier kommt ein so genannter Executive MBA (EMBA) in Frage. Die Teilnehmer absolvieren das Studium parallel zum Job. Damit beides miteinander vereinbar ist, existieren verschiedene Modelle: Der Unterricht findet entweder am Wochenende oder als Blockunterricht statt. Die Studiendauer beträgt in der Regel zwischen 18 Monaten und zwei Jahren. Bei der Auswahl des passenden Programms können ganz pragmatische Kriterien zum Tragen kommen: Wer neben einem anspruchsvollen Job eine Familie hat, möchte für die Unterrichtsmodule nicht weit reisen. Da lohnt sich auch ein Blick in die nähere Umgebung; denn Top-Adressen gibt es auch in Deutschland: GISMA Business School in Hannover, HHL Leipzig Graduate School of Management, WHU Otto Beisheim School of Management in Vallendar, Mannheim Business School der Universität Mannheim. Diese Namen tauchen regelmäßig in den Rankings der renommierten Wirtschaftsmagazine auf.

Die Voraussetzungen, um ein MBA-Studium aufnehmen zu können, sind fast überall gleich. Zulassungskriterium Nummer eins ist ein erster akademischer Grad. Eine weitere Voraussetzung ist Berufserfahrung. Verlangt werden ein bis fünf Jahre, beim Executive MBA bis zu zehn Jahre. Englischkenntnisse sind Pflicht und mit dem TOEFL (Test of English as a foreign Language) nachzuweisen. Wesentlich höher ist die Hürde GMAT (Graduate Management Admission Test), der ebenfalls erforderlich ist. Der vierstündige Computertest in englischer Sprache nimmt die sprachlichen, mathematischen und analytischen Fähigkeiten der Kandidaten aufs Korn. Schriftliche Referenzen und Auswahlgespräche runden das Bild eines Bewerbers ab.

Inzwischen gibt es weltweit rund 5.000 Programme. Gerade in Europa erstreckt sich die Vielfalt vom kompakten Neun-Monats-Programm bis hin zu Teilzeitangeboten, die sich über mehrere Jahre erstrecken. Doch je größer das Angebot, desto lauter die Kritik. Der MBA-Titel werde überschätzt und sei nicht mehr als ein schönes Etikett, schreibt etwa Henry Mintzberg in seinem Buch "Manager und MBAs". Führung und Management lerne man nicht im Hörsaal, sondern nur durch Berufserfahrung. Fest steht: Der Titel allein garantiert nicht, dass anschließend die Top-Angebote ins Haus flattern.


Via www.schwertfeger-mba-channel.com
 
Von Britta Hecker