Zeitmanagement für Fachkräfte

Niemand weiß, wie lange die Krise noch anhalten wird. Eines ist sicher: Von den Beschäftigten wird mehr denn je abverlangt. Wie besonders gefragte Fachkräfte, sogenannte Wissensarbeiter, mit ihren Ressourcen umgehen, brachte eine neue Studie ans Licht.

"Wie verändert sich die Arbeit in der Krise", wollte die Softwarefirma Mindjet wissen und befragte dazu 186 Wissensarbeiter im deutschsprachigen Raum. Das Unternehmen entwickelt Programme zur Projektsteuerung und Selbstorganisation. Ihre Kunden sind meist Spezialisten mit einem anspruchsvollen Aufgabenspektrum. Von ihnen erwartet die überwiegende Mehrheit, dass die persönliche Arbeitsbelastung in Zukunft weiter ansteigen wird.

Wie man dem Druck standhält
Solange die Krise andauert, rechnet mehr als die Hälfte damit, dass sie zusätzliche Aufgaben übernehmen und noch mehr Verantwortung schultern muss. Auch die zu bewältigende Informationsmenge wird weiter zunehmen, erwarten drei von fünf Befragten. Auf die Frage, wie sie die steigende Last bewältigen wollen, antworten gut 60 Prozent, sie müssten effizienter arbeiten. 55 Prozent wollen ihrer Arbeit organisierter nachgehen, und etwa jeder zweite Umfragteilnehmer rechnet damit, dass dies nur in Teamarbeit möglich ist.

Dabei herrscht nicht nur eitel Sonnenschein. Jeder Dritte befürchtet durch die Krise einen zunehmenden Konkurrenzkampf zwischen Kollegen. Auf sich selbst zu schauen scheint daher als Methode am besten geeignet, mit dem Druck zurechtzukommen. Selbstorganisation, Ergebnisorientierung und selbstständiges Arbeiten rangieren als persönliche Erfolgsfaktoren verständlicherweise ganz vorn. Team- und Anpassungsfähigkeit fallen dahinter zurück.

Wider die Zeitfresser
Als bevorzugtes Mittel, um sich besser zu organisieren, setzen die meisten Studienteilnehmer auf entsprechende Softwareprogramme, nahezu gleich viele greifen auf bewährte To-Do-Listen zurück. Knapp 60 Prozent wollen Aufgaben delegieren und immerhin jeder zweite Befragte möchte Meetings nur noch in Ausnahmefällen besuchen oder am liebsten ganz darauf verzichten.

Dabei handelt es sich um einen der größten Zeitfresser im Büro. Dicht gefolgt werden Meetings von ineffizienten Abläufen. Als besonders zeitraubend wird auch die Suche nach Dokumenten sowie die Korrespondenz und die Abstimmung im Team empfunden. "Der momentane Abschwung wird sich für viele Wissensarbeiter in mehr Aufgaben, mehr Verantwortung und längeren Arbeitszeiten niederschlagen", sagt Uwe Richter von Mindjet. Vielen sei daran gelegen, ihre Ressourcen optimal einzusetzen und sich so für die Zukunft zu wappnen.
 
Von Josef Bierbrodt