Wie die künftige Finanzelite ihr Studium finanziert

Studieren ist heute mit erheblichem Aufwand verbunden. Die zu büffelnde Stoffmenge steigt unaufhörlich an, zugleich müssen Studiengebühren entrichtet und je nach Standort happige Lebenshaltungskosten aufgebracht werden. Jeder Euro muss zweimal umgedreht werden, das gilt nicht zuletzt auch für den Nachwuchs der Finanzindustrie.

Jeder vierte Student, der künftig in der Finanzwirtschaft sein Heil suchen wird, nimmt einen Studienkredit in Anspruch. Jeder Zweite findet, dass das Angebot an Studienkrediten viel üppiger ausfallen könnte. 36 Prozent würden auch studieren, wenn sie dazu einen Kredit aufnehmen müssten. Für 13 Prozent der jungen Finanzexperten käme dies hingegen nicht in Frage.

Studiengebühren und Lebenshaltungskosten schröpfen die Lernwilligen
Dies fand eFinancial Careers heraus, ein Online-Netzwerk für Jobs und Karriereinformationen im Banken- und Finanzmarkt. In der Umfrage kamen noch weitere interessante Ergebnisse zum Vorschein, zum Beispiel, dass der Durchschnittstudent mit einem monatlichen Budget von rund 300 Euro plus Mietkosten kalkulieren muss.

Etwas mehr, bis zu 500 Euro, stehen etwa 37 Prozent der Studenten zur Verfügung. Lediglich 17 Prozent bleiben mehr als 500 Euro monatlich in der Geldbörse. Doch damit ist kein Staat zu machen. Bereits jeder zweite Student entrichtet Studiengebühren, und zwar mehr als 500 Euro pro Semester.

Finanzspritzen und Nebenjobs zur Unterstützung
Ohne einen gut dotierten Nebenjob oder großzügige Finanzspritzen wohlhabender Eltern bleibt unter dem Strich nicht viel übrig. Immerhin 38 Prozent der Studenten streichen finanzielle Unterstützung ihrer Familie ein. Jeder zweite geht Kellnern, fährt Taxi oder arbeitet im Call-Center, nach wie vor typische Tätigkeiten, mit denen sich Studenten über Wasser halten.

Der Alternative eines Studienkredites geben indes 23 Prozent den Vorzug. Damit rangiert der Kredit noch vor dem BAföG, worauf immerhin 19 Prozent zurückgreifen. Auch interessant: Jeder dritte Student plündert seine Ersparnisse, um das Studium durchzuziehen. Sich diszipliniert mit wenig Geld zu bescheiden kann dem Finanznachwuchs eigentlich nicht schaden. Vielleicht hilft es den Studenten, sobald sie im Beruf mit ungleich höheren Summen hantieren, den Überblick sowie das rechte Maß zu behalten.
 
Von Max Leonberg