Weiterbildung für reflektierende Praktiker

Im Oktober startet die Deutsche Universität für Weiterbildung (DUW) in Berlin mit ihren ersten Master-Studiengängen und Zertifikats-Programmen. Die von der Freien Universität Berlin und der Stuttgarter Klett Gruppe gegründete und finanzierte Universität wendet sich an berufstätige Akademiker.

Während die Universitäten derzeit mit der Umsetzung des Bologna-Prozesses und der Gestaltung ihrer konsekutiven Master-Studiengänge beschäftigt sind, konzentriert sich die DUW auf berufsbegleitende Weiterbildung auf universitärem Niveau. "Unsere Zielgruppe sind Berufstätige mit einem ersten Hochschulabschluss, die sich mit dem Studium auf eine Führungsposition vorbereiten oder bereits ihre erste Managementaufgabe haben", erklärt Gründungspräsidentin Professorin Ada Pellert.

Weiterbildung orientiert sich an Praxis und Forschung
Alle Angebote sind daher eine Kombination aus Präsenz- und Online-Studium und die Inhalte orientieren sich stark an der Praxis. "Die Teilnehmer sollen mit ihrer eigenen Berufstätigkeit arbeiten", erklärt Pellert. "Sie sollen eigene Fallbeispiele einbringen und Praxisprojekte mit anderen Studenten bearbeiten."

Auch die Forschung hat einen hohen Stellenwert. So sollen die Studierenden konkrete Fragestellungen aus ihrem Arbeitsalltag in die wissenschaftliche Arbeit einbringen. Zum anderen soll das Studienangebot von den aktuellen Forschungsergebnissen der eigenen Forschungsstellen profitieren.

Angeboten werden zunächst drei zweijährige Master-Studiengänge in den Fachrichtungen "Compliance", "Bildungs- und Kompetenzmanagement" sowie "Drug Research and Management" sowie 14 Zertifikatskurse in den Bereichen Wirtschaft und Management, Bildung und Gesundheit. Ein zweijähriges Master-Studium kostet 15.000 Euro oder 625 Euro im Monat. Mittelfristig sollen es 30 postgraduale Studiengänge und Zertifikats-Programme werden.

Kombinationsmöglichkeiten und individuelle Weiterbildung
Eine Novität auf dem deutschen Markt ist "Studium Generale Professional", ein achtmonatiges Zertifikats-Programm mit den beiden Teilbereichen "General Management" und "Personal Skills". Beide Module sind auch Bestandteil der Master-Programme und können daher darauf angerechnet werden. "Unser Vorteil ist, dass alle Angebote kombinierbar sind", erklärt die Gründungspräsidentin.

Von den bisherigen Fernstudienangeboten will sich die DUW durch einen anderen methodischen Zugang unterscheiden. "Unsere Zielgruppe ist der reflektierende Praktiker", sagt Pellert. Ein weiterer Unterschied ist das Kompetenzprofil. Mit Hilfe eines onlinebasierten Kompetenzportfolios kann jeder selbst systematisch herausfinden, welche Kompetenzen er bereits hat und wo er sich verbessern möchte. "Je stärker ich meine eigene Weiterbildung selbst steuere, desto erfolgreicher läuft es auch", behauptet die DUW-Professorin, die sich bisher an der Donau-Universität Krems mit Weiterbildungsforschung befasst hat.
 
Von Bärbel Schwertfeger