Versteh ich nicht!

Jetzt ist es amtlich: Nicht das Fernsehen macht blöd, sondern der Großteil von uns ist es sowieso schon. Dies geht nun ausnahmsweise nicht aus einer aktuellen Pisa-Studie hervor, sondern wird durch eine Emnid Umfrage belegt, welche eindeutig feststellt, dass wir die Tagesschau nicht mehr verstehen.

Vorteilsabschöpfung oder Schutzschrift? Kennt keiner, zumindest von den 1.000 Befragten nicht. Vorteil kennen die meisten von uns nur vom Fußball, und was soll man schon über Koalitionsfreiheit wissen, immerhin leben diese possierlichen Tierchen am andern Ende der Welt. Spaß beiseite. Zugegeben, so ein Wort wie Schutzschrift ist so was von unwichtig, da ist es nicht schlimm, wenn man die Bedeutung nicht kennt und auch die Vorteilsabschöpfung ist kein Wort, welches einem "normalen" Menschen mehr als einmal im Leben begegnet.

Aber wie kann man von Seiten des Fernsehens nun das Problem beheben? Muss man das überhaupt? Vielleicht mehr Bilder zeigen? Oder möglicherweise kann man sich an den Nachrichtensendungen für Kinder orientieren und komplizierte Begriffe direkt erklären!? Vielleicht könnten die Teletubbies oder Figuren aus der Sesamstraße die Nachrichten verlesen? Die erklären uns die Welt immerhin so, dass wir sie verstehen!

Wird wohl alles nicht passieren, wahrscheinlicher ist, dass sich die Tagesschau nicht ändern wird und wir weiterhin alle nur "Bahnhof" verstehen. Anders als bei den Gebühren - die ich doch gerne zahle, wenn ich sehe, dass wie im Falle der Tagesschau, die gezeigten Sendungen solch ein hohes Niveau vorweisen - hat aber zum Glück jeder die freie Wahl, ob er einschalten möchte oder nicht. Wer auf etwas mehr Action steht, der kann ja die Nachrichten bei den privaten Sendern verfolgen. Da klappt dann auch der reibungslose Übergang zum 20:15 Uhr Blockbuster einfach besser.

Zur Not bleibt uns allen doch auch die Zeitung mit den vier Buchstaben. Da gibt es viel mehr Bilder, keine erklärungsbedürftigen Begriffe und die Welt wird uns fast so erklärt, als würden dies Dipsy oder Laa Laa persönlich tun.
In diesem Sinne: Winke, winke!
 
Von Sabrina Clemens