Vermögenswirksame Leistungen

Vermögenswirksame Leistungen werden von den Arbeitgebern zusätzlich zum normalen Lohn oder Gehalt gezahlt.

Einen Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen haben laut Gesetz nur Arbeitnehmer (Arbeiter, Angestellte und Auszubildende), Beamte, Richter, Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit.

Ob du einen Anspruch auf Zuzahlung von vermögenswirksamen Leistungen hast und wenn ja in welcher Höhe, hängt davon ab, ob es hierzu entsprechende Regelungen in einem Tarifvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag gibt. Am besten erkundigst du dich in deiner Personalabteilung, ob sich dein Arbeitgeber an den Beiträgen zu den vermögenswirksamen Leistungen beteiligt. Viele Arbeitgeber erwähnen die Zahlung von vermögenswirksamen Leistungen bereits auch schon im Vorstellungsgespräch.

In der Praxis werden die vermögenswirksamen Leistungen häufig erst nach dem Bestehen der Probezeit gezahlt.

Grundlage für die Zahlung von vermögenswirksamen Leistungen bildet das Fünfte Gesetz zur Förderung der Vermögensbildung der Arbeitnehmer (5. Vermögensbildungsgesetz).

Vermögenswirksame Leistungen werden nach § 12 dieses Gesetzes nur dann gefördert, wenn der Arbeitnehmer die Art der vermögenswirksamen Anlage und das Unternehmen oder Institut, bei dem sie erfolgen soll, frei wählen kann.

Anlageformen eines VL-Vertrages können z.B. sein:

  • Bausparverträge
  • Aktienfonds
  • Banksparpläne
  • Betriebliche Altersvorsorge
  • Tilgung eines Bausparvertrages
  • Lebensversicherungen

Für welche Anlageform du dich entscheidest, hängt von deinen persönlichen Zielvorstellungen ab. Einige Anlageformen bieten die Sicherheit einer festen Verzinsung, andere Formen locken mit höheren Renditen, die aufgrund von Kursschwankungen jedoch auch deutlich niedriger ausfallen können.

Hast du dich als Arbeitnehmer für einen bestimmten VL-Vertrag entschieden, so reichst du eine Kopie des VL-Vertrages bzw. eine entsprechende Bescheinigung des Anbieters bei deinem Arbeitgeber ein. Dieser überweist den monatlich vereinbarten VL-Betrag direkt an die entsprechende Institution, mit der du den Vertrag abgeschlossen hast.

Der VL-Vertrag wird für die Dauer von 7 Jahren abgeschlossen (Sperrfrist). Anschließend kann der Arbeitnehmer über seinen Sparbetrag und die eventuellen staatlichen Zulagen verfügen. Nach Ablauf des Vertrages kann im Anschluss ein neuer VL-Vertrag abgeschlossen werden.

Eine Kündigung des VL-Vertrages kann jederzeit erfolgen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein VL-Vertrag auch beitragsfrei gestellt werden (z.B. bei Elternzeit).

Der monatliche Zuschuss des Arbeitgebers zu einem VL-Vertrag kann bis zu 40 Euro pro Monat betragen. Ebenso ist es aber auch möglich, dass du als Arbeitnehmer den VL-Sparbetrag durch einen Eigenanteil erhöhst.

Für einige Anlageformen müssen Mindestbeträge gezahlt werden. Zahlt der Arbeitgeber einen geringeren Zuschuss als vorgegeben, so musst du als Arbeitnehmer die Differenz tragen.

Solltest du keinen Anspruch auf Zuzahlung von vermögenswirksamen Leistungen haben, so kannst du dennoch einen VL-Vertrag abschließen. Der VL-Beitrag wird von deinem Entgelt abgezogen und ebenfalls direkt vom Arbeitgeber überwiesen.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist es dir als Arbeitnehmer möglich, für deine vermögens-wirksamen Leistungen staatliche Zulagen in Form einer Arbeitnehmersparzulage oder einer Wohnungsbauprämie zu bekommen.

Da es sich bei den vermögenswirksamen Leistungen um ein sehr komplexes Thema handelt, wird keine Gewähr auf Vollständigkeit und Richtigkeit gegeben.