Urlaubsanspruch

Bei Eintritt in das Berufsleben oder bei einem Wechsel des Arbeitgebers ist es interessant zu wissen, welchen Urlaubsanspruch du als Arbeitnehmer hast.

In der Regel wird in Unternehmen der Urlaubsanspruch für die Arbeitnehmer in einem Tarifvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder im Arbeitsvertrag geregelt.

Die gesetzlichen Mindestanforderungen für Arbeitnehmer an den Urlaub werden jedoch im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) geregelt.

Folgende Mindestkriterien sind bei der Gewährung von Erholungsurlaub zu beachten (§§ 1,3-10, BUrlG):

  • Jeder Arbeitnehmer hat in jedem Kalenderjahr Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub.
  • Der volle Urlaubsanspruch wird erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeits-verhältnisses erworben und beträgt jährlich mindestens 24 Werktage. Als Werktage gelten hier alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind.
  • Der Arbeitnehmer hat einen Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Kalendermonat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses
  • für Zeiten eines Kalenderjahres, für die er wegen Nichterfüllung der Wartezeit in diesem Kalenderjahr keinen vollen Urlaubsanspruch erwirbt
  • wenn er vor erfüllter Wartezeit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet
  • wenn er nach erfüllter Wartezeit in der ersten Hälfte des Kalenderjahres aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet (über seinen eigentlichen Anspruch hinaus gewährter Urlaub muss in diesem Fall nicht zurückbezahlt werden)
  • Bruchteile von Urlaubstagen, die mindestens einen halben Tag ergeben, sind auf volle Urlaubstage aufzurunden.
  • Ist einem Arbeitnehmer im laufenden Kalenderjahr bereits von einem früheren Arbeitgeber Urlaub gewährt worden, so besteht in diesem Fall der Anspruch auf Urlaub nicht (Ausschluss von Doppelansprüchen).
  • Der Arbeitgeber ist verpflichtet, bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses dem Arbeitnehmer eine Bescheinigung über den im laufenden Kalenderjahr gewährten oder abgegoltenen Urlaub auszuhändigen. Diese Bescheinigung dient als Nachweis für den neuen Arbeitgeber. Kommt der Arbeitgeber seiner Verpflichtung zur Erstellung der Urlaubsbescheinigung nicht nach, so kann der Gesetzgeber ihm gegenüber ein Zwangsgeld anordnen.
  • Die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers sind bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs zu berücksichtigen, es sei denn, dass diesen dringende betriebliche Belange oder Urlaubs-wünsche anderer Arbeitnehmer (wenn diese unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen) entgegenstehen.
  • Der Urlaub ist zu gewähren, wenn er vom Arbeitnehmer im Anschluss an eine Maßnahme der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation verlangt wird.
  • Der Urlaub ist zusammenhängend zu gewähren.
Ausnahme:
Dringende betriebliche Erfordernisse oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe.
Kann der Urlaub aus diesen Gründen nicht zusammenhängend gewährt werden und hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaub von mehr als 12 Werktagen, so muss einer der Urlaubsteile mindestens 12 aufeinander folgende Werktage umfassen.
  • Der Urlaub muss im laufenden Jahr genommen und gewährt werden.
Ausnahme:
Dringende betriebliche Erfordernisse oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe.
In diesen Fällen muss der Urlaub in den ersten 3 Monaten des folgenden Kalender-jahres gewährt und genommen werden.
Für Zeiten eines Kalenderjahres, für die der Arbeitnehmer wegen Nichterfüllung der Wartezeit in diesem Kalenderjahr keinen vollen Urlaubsanspruch erwirbt, kann er verlangen, dass der entstandene Teilurlaub auf das nächste Kalenderjahr übertragen wird.
  • Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden, so ist er abzugelten.
  • Während des Urlaubs darf der Arbeitnehmer keine dem Urlaubszweck widersprechende Erwerbstätigkeit leisten.
  • Erkrankt ein Arbeitnehmer während des Urlaubs, so werden die durch ärztliches Zeugnis nachgewiesenen Tage der Arbeitsunfähigkeit auf den Jahresurlaub nicht angerechnet.
  • Maßnahmen der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation dürfen nicht auf den Urlaub angerechnet werden (soweit ein Entgeltfortzahlungsanspruch im Krankheitsfall besteht).
  • Ist ein Arbeitnehmer im gesamten Kalenderjahr dauerhaft erkrankt, so erwirbt er trotzdem den vollen Anspruch auf Urlaub für das Kalenderjahr, mindestens jedoch den Anspruch auf den gesetzlichen Mindesturlaub von vier Wochen. Darüber hinaus gehender tarifvertraglich oder arbeitsvertraglich vereinbarter Urlaub kann jedoch verfallen, je nach Formulierung im Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder in der Betriebsvereinbarung. Der Urlaub verfällt hingegen nicht am 31.03. des Folgejahres, wenn der Urlaub aufgrund der Erkrankung nicht angetreten werden kann. Scheidet der erkrankte Mitarbeiter aus dem Unternehmen aus, so muss dem Arbeitnehmer der nicht genommene Urlaub abgegolten werden (Rechtssprechung des Europäischen Gerichtshofs vom 20.01.2009).
  • Ist ein Arbeitnehmer über einen längeren Zeitraum hinaus erkrankt, so kann er nach Beendigung seiner Erkrankung Urlaub nehmen, wenn sein Arbeitgeber ihm diesen zuvor bereits genehmigt hatte (Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Bremen).

Als Arbeitnehmer kann man aber auch einen Anspruch auf sogenannten Bildungsurlaub geltend machen.

Zu guter Letzt sei auch erwähnt, dass man sein Budget beträchtlich schonen kann, wenn man Ürlaubsflüge bei einem Preisvergleichsportal prüfen lässt.