Traumberuf Wirtschaftsberater - eine wenig bekannte Alternative

Ein Kind, nach seinem Traumberuf gefragt, antwortet heute noch immer mit Feuerwehrmann, Pilot oder Tierärztin. Was ist eigentlich ein Traumberuf? Bereits vor der Berufsausbildung oder dem Hochschulstudium sollte dieser Wunsch doch sehr präzisiert sein

Doch wer weiß schon mit sechzehn oder achtzehn Jahren, was die wirklichen dauerhaften Bedürfnisse und Lebensziele sind. Zudem kann nicht jeder Arzt oder Ärztin, Hochschullehrer, Rechtsanwalt oder Diplomat werden. In den letzten Jahren bevorzugten junge Menschen deshalb oft Ausbildungen oder Hochschulstudiengänge, die ihnen eine Karriere in Konzernen eröffnete. Doch gerade das letzte Jahr hat in Deutschland gezeigt, dass ehemals als sehr sicher geltende Arbeitsplätze auch und gerade in Großkonzernen schnell gefährdet sind, wenn es um Umstrukturierungsmaßnahmen oder sogar Insolvenzgefahr geht. Als Hochschulabsolvent auf die langfristige Karriere im Konzern zu setzen, kann heute Gefahren bergen. Was bleibt als Alternative? Gibt es Berufe, die vielleicht auf den ersten Blick nicht als Traumberuf gelten, sich jedoch als ein solcher erweisen?

Selbstständig sein
Viele Hochschulabsolventen scheuen nach ihrem Studium die Selbstständigkeit. Oft sind hier gute Ratschläge von Eltern, Verwandten und von Freunden ein Hinderungsgrund. "Geh in eine feste Anstellung, da hast du deine soziale Absicherung, deine Rentenversicherung, deine geregelte Arbeitszeit und Urlaub," sind die gängigen Aussagen. Doch was vor zwanzig Jahren für den Berufsweg gegolten hat, ist heute mehr als hinfällig. Wer aktuell Absolvent einer Hochschule ist, Mann oder Frau, ist gewohnt selbstständig zu arbeiten, sich die Zeit einzuteilen, eigenverantwortlich zu handeln und hierfür geradezustehen. Warum dies im Berufsleben aufgeben? In einigen Bereichen ist es sogar durchaus möglich eine geschützte selbständige Tätigkeit auszuüben, das heißt, Unternehmen fördern die Selbständigkeit und bieten während der Einarbeitungszeit sogar finanzielle Sicherheit mit einem vergleichsweise hohen Fixum. Eines dieser Ausbildungsziele heißt "Wirtschaftsberater".

Ausbildung zum Wirtschaftsberater
Ein dreimonatiges Traineeprogramm in einer hauseigenen Akademie und das anschließende Training on the Job ermöglichen einem Jungberater den stufenweisen Ein- und weiteren Aufstieg in die volle Beratungsqualifikation und -erfahrung. Dazu kommen, neben dem Fixum, vielfältige Kostenübernahmen und Zuschüsse des Unternehmens z. B. für die Traineeausbildung (Trainer/Hotel etc.), Ausbildung und Prüfung zum Versicherungsfachmann IHK, die Bezuschussung der Mentorentätigkeit, Fortbildungen der Akademie, das Aufbaustudium Financial Planner. Aktuell können Bachelorabsolventen bei einem passenden berufsbegleitenden Masterstudium unterstützt werden.

Der Einstieg
Die Traineezeit vermittelt dabei die fachliche Basis für die Mandantenberatung junger Hochschulabsolventen der Fachrichtungen Medizin, Wirtschaftswissenschaften und von Ingenieurstudiengängen. Die staatliche Beratungsqualifikation wird dabei durch eine IHK-Sachkundeprüfung belegt. Beim Training on the Job greift der Jungberater auf geprüfte Marktzugangswege zu, hat seine Kollegen als ständige Gesprächspartner und einen Mentor, der bei auftretenden Unsicherheiten weiterhilft. Wer heute Karriere machen will, egal ob als Arzt, Zahnarzt, Wirtschaftswissenschaftler oder auch Ingenieur, ist darauf angewiesen, sich auf seine Kernkompetenzen fokussieren zu können. Darum ist der Wirtschaftsberater in seiner Person und mit seiner Ausbildung derjenige, der die Vorsorge, die berufliche wie persönliche Absicherung plant, im Auge behält und ständig neu ausrichtet.

Ist Wirtschaftsberatung ein Beruf für mich?
Um als Wirtschaftsberater auf Augenhöhe mit seinen Mandanten kommunizieren zu können, sind Studiengänge der Fachrichtungen Wirtschaftswissenschaften, BWL oder Jura optimal. Auch andere Fachrichtungen sind möglich, wenn die persönliche und sachliche Eignung passt. Voraussetzung ist, dass man aktiv und gerne auf Menschen zugeht, intensive Gespräche mit interessanten Personen führt, Planungen ausarbeitet und diese dann auch kontinuierlich umsetzt. Dieser Beruf hat gerade in der jetzigen Zeit eine hervorragende Perspektive, da der Beratungsbedarf der Mandanten in schwierigen Zeiten ständig wächst. Dabei war die Branche der Wirtschaftsberatung bisher eher den Männern vorbehalten, jedoch ist es für Frauen, die in ihrem Leben Familie und Karriere miteinander verbinden möchten, ein ideales Berufsbild. Der zielgruppenorientierte Wirtschaftsberater kennt die Lebens- und Berufswege seiner Mandanten und kann darum seine hochwertige Beratungsleistung auf lange Sicht einbringen. Der junge Wirtschaftsberater, die junge Wirtschaftsberaterin etabliert sich bei jungen Mandanten und begleitet diese dann über weite Zeiträume. Dabei ist die Konversation von Anfang an auf Augenhöhe und Weiterempfehlungen bleiben nicht aus. So entsteht ein Mandantenkreis, der zu der jeweiligen Persönlichkeit und den Stärken des Wirtschaftsberaters passt.

Qualität und lebenslange Weiterbildung
Ein wichtiger ethischer Wert ist für den Wirtschaftsberater die "Qualität". Die eigene Beratungsqualität, die Qualität seiner Kompetenz und die der Produkte, die er anbietet. Der zukunftsorientierte Wirtschaftsberater weiß, dass seine Beratungsleistung nur dann auf der Höhe der Zeit bleibt, wenn er bereit ist, sein Know-how heute und zukünftig ständig zu erweitern. Als Akademiker oder Akademikerin, mit dem Beruf Wirtschaftsberater, ist das Ansehen bei den Mandanten gleichzusetzen mit dem Steuerberater und dem Rechtsanwalt. Durch die hohe fachliche und menschliche Qualifikation ist somit der Wirtschaftsberater der erste Ansprechpartner bei Veränderungen der Lebensumstände. Dabei geht es dann z. B. bei Ärzten um die eigene Praxis, das Eigenheim, eine Erbschaft oder auch die langfristig geplante Altersvorsorge. Doch nicht nur die positiven Lebensänderungen begleitet der Wirtschaftsberater, denn auch eine Scheidung erfordert Planung und Entscheidungen. Diesem hochwertigen Berufsbild kommt seit einiger Zeit auch die Gesetzgebung entgegen. Bei der eigenen Wahl des Beraters sollte darum jeder Mandant, jede Mandantin die Hochwertigkeit der Beratung prüfen und erst dann ein Mandat vergeben. Wirtschaftsberatung ist eine Vertrauensposition.

Beruf mit Zukunft
Heute einen Karriereweg einzuschlagen, der nicht nur Anerkennung und Wertschätzung in der akademischen Mandantenklientel verschafft, bei zugleich sehr guten Verdienstchancen und der Möglichkeit später selbst Führungsverantwortung zu übernehmen - kein Traumberuf?


Von Dipl. Volkswirt Werner Wirth
Bereichsleiter Akademie und Personalgewinnung der A.S.I. Wirtschaftsberatung AG