Steuererklärung - Wie man möglichst viel rausbekommt

Wer zum ersten Mal seine Angaben an das Finanzamt schicken muss, steht sicher vor vielen Fragen. Wie gebe ich meine Ausgaben an? Was muss ich berücksichtigen? Im Grunde ist die Steuererklärung aber gar kein Hexenwerk.

Für die meisten jungen Angestellten ist die Steuererklärung eine gute Sache: In vielen Fällen bekommen sie nämlich Geld vom Staat zurück. Der Arbeitgeber führt automatisch jeden Monat einen bestimmten Anteil des Gehalts an das Finanzamt ab. Einen Teil dieses Geldes kann man sich häufig zurückholen. Wohl dem, der im Laufe des Jahres Quittungen und Überweisungsbelege aufbewahrt hat. Für manche Ausgaben akzeptiert das Finanzamt nämlich Pauschalbeträge. Interessant wird es, wenn die eigenen Ausgaben über dieser Pauschale liegen. Daher lohnt sich das Sammeln von Quittungen allemal.

Alle Kosten für Weiterbildung und Berufseinstieg angeben
Vor allem Berufseinsteiger haben oft viele Kosten, wenn sie einen neuen Job beginnen. Absetzen lassen sich zum Beispiel alle Ausgaben rund um die Bewerbung, etwa für Briefumschläge, Porto oder Fahrten zum Bewerbungsgespräch (sofern sie nicht vom Unternehmen erstattet wurden). Auch die Kosten für den Umzug in die neue Stadt akzeptiert das Finanzamt als beruflich bedingte Ausgaben. Recht neu ist hier die Möglichkeit, auch Maler- und andere Handwerkerarbeiten abzusetzen. Wer seine Familie zu Hause zurücklassen musste, kann die Ausgaben für eine Zweitwohnung und Heimfahrten angeben.

Wichtig sind auch die Nachweise über Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen: Wer auf eigene Kosten Seminare besucht hat, kann sie in die Steuererklärung aufnehmen. Das Gleiche gilt für Arbeitsmittel, die selbst angeschafft werden müssen und die der Arbeitgeber nicht bezahlt. Bei den Fahrten zur Arbeit gilt nach einer Zwischenregelung nun wieder, dass man die Pendlerkosten ab dem ersten Kilometer abrechnen darf. Darüber hinaus wirken sich auch Spenden und Versicherungsbeiträge positiv auf den Steuerbescheid aus.

Der Profi hilft
Wer es sich nicht zutraut, seine Steuererklärung selbst zu machen, kann zum Beispiel auf spezielle Software zurückgreifen. Schon ab 30 Euro gibt es gute Programme, die den Nutzer durch die Formulare leiten und geldwerte Tipps geben. Erst wenn es zu komplizierten steuerlichen Fragen kommt - weil man zum Beispiel Immobilien besitzt oder neben der Festanstellung selbstständig arbeitet -, empfiehlt es sich, einen Steuerberater hinzuzuziehen. Die meisten anderen sollten in der Regel ohne teure Hilfe zurechtkommen. Der Einsatz lohnt sich auf jeden Fall: Wer ein bisschen Zeit und Mühe in die Erklärung ans Finanzamt steckt, kann in einigen Monaten vielleicht mit einem Extra-Taschengeld vom Staat rechnen.
 
Von Sabine Olschner