Selbst- und Fremdeinschätzung

Gegen Ende eines Assessment-Centers kann es vorkommen, dass du sowohl deine eigenen Leistungen als auch die der anderen bewerten musst.

Die Selbsteinschätzung soll zeigen, ob du dich und dein Verhalten realistisch einschätzen kannst.

Die Fremdeinschätzung soll die Beobachter in ihrer Beurteilung bestätigen oder korrigieren. Hintergrund ist hier die Annahme, dass ein "Kollegenurteil" häufig zutreffender ist und genauere Aussagen über den zukünftigen Erfolg eines Menschen liefern kann, als dies in einem Interview oder auch einem Assessment-Center möglich wäre.

Peer-Ranking und Peer-Rating

Hinsichtlich der eigenen und der Fremdbewertung gibt es zwei verschiedene Verfahren:

  • Peer-Ranking
  • Peer-Rating

Beim Peer Ranking bringst du die Bewerber hinsichtlich Ihrer Gesamtleistung in eine Reihenfolge.

Das Peer-Rating ist etwas genauer. Hier musst du die Kandidaten nach Ihren Leistungen in den einzelnen Übungen bewerten und jeweils eine Rangfolge festlegen.

Problem der Selbsteinschätzung

Das eigene Verhalten einzuschätzen, ist oft nicht einfach. Überheblichkeit ist sicher nicht angebracht, allerdings solltest du auch nicht auf all zu großes Understatement setzen.

Ist dir die Reihenfolge selber überlassen, in der du deine Leistungen in den einzelnen Übungen bewerten sollst, dann beginne mit denjenigen, in denen du deiner Meinung nach objektiv am besten abgeschnitten hast. Aus Zeitgründen werden häufig nicht alle Übungen besprochen, weshalb es passieren kann, dass eine Übung, in der du dich nicht so besonders hervorgetan hast, gar nicht mehr erwähnt wird.

Generell solltest du deine Leistung in Übungen nur dann negativ bewerten, wenn du dir absolut sicher bist, dass die Beobachter dies auch tun. Es gibt keinen Grund, sich selber zu belasten. Bist du dir deiner Leistungen unsicher, dann plaziere dich selber im unauffälligen Mittelfeld.

Bei der Bewertung deiner und der Leistung anderer musst du natürlich jederzeit mit Fragen der Beobachter rechnen. Wenn du deine Entscheidungen begründest, dann stütze dich nicht auf Vermutungen oder dein Bauchgefühl, sondern auf das, was du tatsächlich auch wahr-genommen hast. Du kannst deine Eindrücke und Entscheidungen nur dann überzeugend darlegen, wenn diese ein beobachtetes Verhalten betreffen.