Schönen Urlaub!

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Damit Arbeitnehmer die schönste Zeit des Jahres auch genießen können, sollten sie einige rechtliche Vorgaben beachten. Denn wer sich nicht auskennt, verschenkt vielleicht wertvolle Urlaubstage.

Vom Auszubildenden bis zur Führungskraft: Anspruch auf Urlaub hat jeder Arbeitnehmer. Mindestens 24 Werktage im Jahr, so schreibt es das Bundesurlaubsgesetz vor, sollen der Erholung dienen. Wann der Urlaub stattfinden darf, entscheidet der Arbeitgeber - auch wenn Arbeitnehmer manchmal anderer Meinung sind. Wer sich einfach selbst beurlaubt, obwohl sein Arbeitgeber ihm keine Genehmigung erteilt hat, riskiert die Kündigung.

Anspruch auf Urlaub unterliegt den betrieblichen Belangen
Worauf ein Arbeitnehmer allerdings Anspruch hat, ist die Berücksichtigung seiner Urlaubswünsche. Wenn es keine dringenden betrieblichen Belange gibt, die dagegen sprechen, oder Kollegen, die zur gleichen Zeit Urlaub nehmen wollen, kann der Arbeitgeber den Urlaub nicht verweigern. Wollen mehrere Mitarbeiter einer Abteilung gleichzeitig Urlaub nehmen, bekommen die "sozial schutzwürdigeren" den Vorrang - das können zum Beispiel Eltern sein, die wegen der Schulferien zeitlich festgelegt sind.

Wer seinen Urlaub immer weiter aufschiebt, muss aufpassen, dass sein Anspruch auf Freizeit nicht plötzlich erlischt. Dass Mitarbeiter ihre Urlaubstage mit ins nächste Jahr nehmen können, ist zwar in vielen Unternehmen gang und gäbe - einen rechtlichen Anspruch haben sie darauf aber nicht. Nach dem Gesetz verfällt der Urlaubsanspruch am 31. Dezember. Nur wenn die freien Tage aus betrieblichen Gründen nicht genommen werden können, ist eine Übertragung ins Folgejahr möglich - allerdings nur bis zum 31. März, danach ist der Urlaubsanspruch endgültig dahin.

Urlaubsanspruch im Krankheitsfall
Ganz neu ist in diesem Zusammenhang ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 20. Januar 2009: Demnach behält ein Arbeitnehmer, der seinen Urlaub wegen Krankheit nicht bis zum 31. März nehmen konnte, weiterhin seinen Anspruch auf freie Tage oder die Ausbezahlung des Urlaubs. Bislang wurden ihm in solch einem Fall seine Urlaubstage ersatzlos gestrichen. Auch Mitarbeiter in Elternzeit haben seit 2008 bessere Karten: Am 20. Mai 2008 entschied das Bundesarbeitsgericht, dass eine Frau, die vor Ende der Elternzeit erneut schwanger wird und nahtlos eine zweite Elternzeit beantragt, weiterhin Anspruch auf ihren Resturlaub hat.

Wer während des Urlaubs erkrankt, muss dies durch ein ärztliches Attest nachweisen. Nur damit kann er die bereits genehmigten Urlaubstage zu einem späteren Zeitpunkt erneut nehmen. Nicht erlaubt ist es, die freien Tage, die durch die Krankheit verloren gingen, einfach eigenmächtig hintendran zu hängen - auch in diesem Fall droht dem Arbeitnehmer eine Kündigung. Die Verlängerung muss auf jeden Fall erst mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden. Wenn sich ein Mitarbeiter während der Erkrankung im Ausland aufhält, ist er ebenfalls dazu verpflichtet, seinem Arbeitgeber schnellstens seine Arbeitsunfähigkeit, ihre voraussichtliche Dauer und seine Adresse am Aufenthaltsort mitzuteilen. Entstehen ihm durch diese Mitteilung Kosten - etwa durch ein teures Auslandstelefonat -, muss der Arbeitgeber die Auslagen erstatten.
 
Von Sabine Olschner