SAP-Berater - Könige im Arbeitsmarkt

Software-Experten stehen die Türen in der Wirtschaft weit offen. Doch der rote Teppich ist SAP-Beratern vorbehalten. Personalberatern zufolge kann ein Bewerber aus vielen Stellenangeboten auswählen.

Wie der IT-Branchenverband Bitkom im November 2011 bekannt gab, sind Software-Experten wie SAP-Berater die begehrteste Berufsgruppe in der IT-Industrie. Was zeichnet diese Experten aus, was erwarten Arbeitgeber von dieser Berufsgruppe, die derzeit so nachgefragt ist wie keine andere? Diesen Fragen gingen die Personalberater von Allfield nach. Das Unternehmen mit Sitz in München hat sich unter anderem spezialisiert auf die Vermittlung von SAP-Experten. Ausgewertet wurden mehrere Tausend Datensätze aus Berufsprofilen und Stellenangeboten.

Favorisiert werden demnach SAP-Berater, die mit den technischen Anforderungen in Logistik und Rechnungswesen vertraut sind. Begehrt sind auch SAP-Berater, die sich auf Business Intelligence oder Netweaver spezialisiert haben. Sie helfen Unternehmen, ihre Daten auf ihre geschäftskritische Substanz zu untersuchen. Neben technischer Expertise müssen SAP-Berater Prozess- und Branchenkenntnis ausweisen können. Besonders gefragt ist, wer sich in der Fertigungsindustrie auskennt. Vorteilhaft sind auch Erfahrungen im Handel, in der Energiewirtschaft sowie der Finanzdienstleistung.

Vor allem Software- und Beratungsfirmen, die sich auf SAP spezialisiert haben, reißen sich um SAP-Berater. Sie geraten zunehmend in die Zwickmühle: Die Zahl ihrer Kundenaufträge bewegt sich auf hohem Niveau, doch ihnen mangelt es an Spezialisten. Laut Allfield ist die Personalsuche inzwischen Chefsache geworden.

Wegen des hohen Fachkräftemangels sind die Einstiegschancen für Absolventen ausgesprochen gut. Gut im Rennen sind Nachwuchskräfte aus Informatik, Wirtschaftsinformatik und BWL, die sich während des Studiums mit SAP befasst haben und relevante Praktika vorweisen können. Sie werden laut Allfield von den Firmen intensiv auf ihre Aufgaben vorbereitet. Ihr Einstiegsgehalt inklusive variabler Anteile kann durchaus 50.000 Euro erreichen.

Liebling der Arbeitgeber sind berufserfahrene SAP-Berater. Bereits mit zwei oder drei Jahren Berufserfahrung, so Allfield, winken ihnen 60.000 Euro Gehalt. Senior Consultants verdienen bis zu 80.000, Projektleiter bis zu 90.000 Euro. Umsteigern hingegen, die keinen technischen oder branchenbezogenen Background vorweisen können, geben die Unternehmen kaum eine Chance. Auch Zertifizierungen sind laut Allfield kaum geeignet, die Chancen zu verbessern.

Die meisten SAP-Berater sind in NRW zu finden, unter den Metropolen ist München klar die Nummer eins. Wer sich die Rosinen aus dem Jobangebot herauspicken kann, zieht nicht gern um, obwohl auch von SAP-Berater große Flexibilität erwartet wird. Viele SAP-Experten orientieren sich in die Schweiz. Dort locken noch höhere Gehälter und attraktive steuerliche Bedingungen.

Von Winfried Gertz