Rüstzeug für Manager

Die Zahl der MBA-Angebote in Deutschland steigt und mit dem Bologna-Prozess erhält das postgraduale Studium neuen Aufwind. Zunehmend erkennen auch Unternehmen den Nutzen der praxisorientierten Managementweiterbildung.

Bei der Fraport AG in Frankfurt ist das Studium zum Master of Business Administration (MBA) schon seit 2000 Bestandteil der Führungskräfteentwicklung. Der Flughafenbetreiber fördert die Teilnahme an berufsbegleitenden MBA-Programmen. Er bezahlt zwei Drittel der Studiengebühren, übernimmt die Reisekosten und stellt die Mitarbeiter für die Hälfte der Unterrichtszeit frei. 20 Mitarbeiter wurden bereits unterstützt. Angesprochen werden bereits identifizierte Potentialkandidaten, aber auch andere Mitarbeiter haben nach Absprache mit ihrem Vorgesetzten und Bereichsleiter Chance auf eine Förderung. Soweit wie Fraport sind jedoch erst wenige Unternehmen. Die MBA-Ausbildung ist meist noch kein integraler Bestandteil der Personalentwicklung, beobachtet Ulrich Winkler, Geschäftsführer der Goethe Business School in Frankfurt.

Als postgraduale Ausbildung setzt der MBA stets einen ersten Hochschulabschluss und einige Jahre Berufserfahrung voraus und umfasst die Ausbildung in allen Bereichen der Unternehmensführung vom Finanzmanagement über Strategie und Produktion bis hin zur Personalführung. Inzwischen gibt es in Deutschland um die 200 MBA-Studiengänge, in denen man den Abschluss entweder im Vollzeit- oder Teilzeitstudium erwerben kann. Gefragt sind vor allem die berufsbegleitenden Executive MBA Programme (EMBA), die sich an Teilnehmer mit mehrjähriger Berufs- und oft auch Führungserfahrung richten. Im Gegensatz zu einem Aufbaustudium in Betriebswirtschaft steht bei einem guten MBA-Programm nicht die Wissensvermittlung im Vordergrund, sondern es geht auch um die Entwicklung der Persönlichkeit. Verhandlungsstrategien und Präsentationsmethoden gehören dabei ebenso dazu wie die interkulturelle Kompetenz. Zudem bearbeiten die Teilnehmer oftmals konkrete Projekte aus dem eigenen Unternehmen.

Eine international renommierte Business School wie in anderen Ländern gibt es in Deutschland bisher nicht und derzeit haben nur wenige deutsche MBA-Programme das Zeug, langfristig in der internationalen Spitzenliga mitzuspielen. Wesentliche Voraussetzung dafür ist eine der beiden international relevanten Akkreditierungen durch die AACSB (Association to Advance Collegiate Schools of Business) oder EQUIS (European Quality Improvement System). Doch die haben bisher erst vier deutsche Hochschulen: Das sind die Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung (WHU) in Koblenz, die Handelshochschule Leipzig (HHL) sowie die beiden Universitäten Mannheim und Frankfurt. Mit Ausnahme der HLL kooperieren dabei alle mit einer renommierten ausländischen Business School. Solche globalen Allianzen liegen derzeit im Trend. So bietet etwa die London Business School (LBS) gemeinsam mit der Columbia Business School in New York ein Global Executive MBA Programm an. Die 70 Teilnehmer kommen aus 21 Ländern, etwa 40 Prozent werden von ihrem Arbeitgeber gesponsert.

Immer mehr Vorgesetzte erkennen den Nutzen, den ein Teilnehmer für das Unternehmen bringt, indem er während des Studiums an konkreten Firmenprojekten arbeitet, erklärt Wolfgang Jenewein, Direktor für Executive MBA-Programme an der Universität St.Gallen. Das Interesse der Unternehmen ist sehr groß, fasst Goethe-Geschäftsführer Winkler die ersten Ergebnisse der Best-Practice-Studie zusammen, die die Business School derzeit zusammen mit der Deutschen Telekom durchführt. Vor allem durch die Umstellung auf das zweistufige Studiensystem mit dem Bachelor- und Masterabschluss gewinne der EMBA an Bedeutung. Die Unternehmen realisieren langsam, dass ihre Mitarbeiter dadurch zwar jünger einsteigen, aber nach ein paar Jahren dann eine gute Nachqualifizierung brauchen, beobachtet Winkler. Das Gros der Nachfrage werde daher erst in ein paar Jahren kommen.

Das Interesse der Unternehmen ist sehr groß, fasst Goethe-Geschäftsführer Winkler die ersten Ergebnisse der Best-Practice-Studie zusammen, die die Business School derzeit zusammen mit der Deutschen Telekom durchführt. Vor allem durch die Umstellung auf das zweistufige Studiensystem mit dem Bachelor- und Masterabschluss gewinne der EMBA an Bedeutung. Die Unternehmen realisieren langsam, dass ihre Mitarbeiter dadurch zwar jünger einsteigen, aber nach ein paar Jahren dann eine gute Nachqualifizierung brauchen, beobachtet Winkler. Das Gros der Nachfrage werde daher erst in ein paar Jahren kommen.

Von Bärbel Schwertfeger