Riester-Rente

In einigen Jahren wird die gesetzliche Rentenversicherung das Einkommen im Alter nicht mehr sichern können. Immer weniger Beitragszahler stehen immer mehr Rentenempfängern gegenüber, so dass die Beiträge zur Rentenversicherung angehoben und die Rentenleistungen zeitgleich gekürzt werden müssen.


Schon heute ist es so, dass die Rentenleistungen von Rentnern, die zwischen 61 und 66 Jahren alt sind, nur bei 60 Prozent ihres letzten Lohn oder Gehalts liegen. Somit entstehen hohe Deckungslücken. Bei Besserverdienenden fällt dieser Unterschied sogar noch höher aus, da das Einkommen, das über der so genannten Beitragsbemessungsgrenze liegt, bei der Berechnung des Rentenanspruchs keine Berücksichtigung findet.


Als eine private Altersvorsorge auf freiwilliger Basis wird die Riester-Rente durch Zulagen und Steuerfreibeträge staatlich gefördert. Eingeführt wurde sie am 01. Januar 2002. Ihren Namen erhielt sie durch den damals amtierenden Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung Walter Riester. Seit der Einführung 2002 wurden bereits 11,5 Millionen Riester-Verträge abgeschlossen.

(Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Stand: Juni 2008).

 

Ziel der Riester-Rente

Die Riester-Rente soll breite Bevölkerungskreise dazu motivieren, selber etwas für Ihre Altersvorsorge zu tun, damit durch die Zusatzrente die Deckungslücken des Einzelnen verringert werden und der gewohnte Lebensstandard aufrecht erhalten werden kann. Die Alterssicherung erhält dadurch eine solidere Grundlage.


Da es sich bei der Riester-Rente um ein sehr komplexes Thema handelt, werden hier nur einige Bausteine der Rente erläutert. Es wird keine Gewähr für Vollständigkeit gegeben.


Wie viel Förderung erhalte ich vom Staat?

 

JahrGrundzulage für LedigeGrundzulage für Verheiratete

(es bestehen 2 Verträge)

Kinderzulage¹
Ab 2002 38 Euro 76 Euro 46 Euro
Ab 2004 76 Euro 152 Euro 92 Euro
Ab 2006 114 Euro 228 Euro 138 Euro
Ab 2008 154 Euro 308 Euro 185 (300²) Euro


¹Bei Eltern, die miteinander verheiratet sind, nicht dauernd getrennt leben und beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind, steht die Kinderzulage – unabhängig von der Festsetzung des Kindergeldes – der Mutter zu. Auf Antrag beider Eltern kann die Kinderzulage vom Vater in Anspruch genommen werden. Bei eheähnlichen Lebensgemeinschaften kann der Vater des Kindes nur die Kinderzulagen beantragen, wenn er Kindergeldberechtigter ist und das Kindergeld bezieht.


Die Grundzulage für Verheiratete wird zu gleichen Teilen auf zwei Verträge aufgeteilt.


Die o.g. Zulagen fließen direkt in den Vertrag und werden nicht an den Beitragszahler ausgezahlt.


Die Zulagen werden nur für förderfähige Sparformen gewährt, die die Zertifizierungsvoraussetzungen erfüllen.


Die Zulagen müssen grundsätzlich beantragt werden, evtl. durch einen Dauerzulagenantrag.

Mindestbeitrag

Die volle Zulage wird gewährt, wenn ein Mindestbeitrag gezahlt wird (Basis: sozial- versicherungspflichtiges Einkommen des Vorjahres). Ansonsten wird die Zulage anteilig gewährt.

 

JahrErforderlicher MindestbeitragHöchstbetrag
Ab 2002 1% 525 Euro
Ab 2004 2% 1.150 Euro
Ab 2006 3% 1.575 Euro
Ab 2008 4% 2.100 Euro


Des weiteren gibt es einen Sockelbeitrag für den Eigenbeitrag:

 

JahrOhne KindMit 1 KindMit 2 Kindern
2002-2004 45 Euro 38 Euro 30 Euro
Ab 2005 - 60 Euro -

 

Aktuelles zum Thema Riester-Rente für 2008

Kinderzulage

²Für Kinder, die ab 2008 geboren wurden, wird eine Kinderzulage in Höhe von 300 Euro gezahlt. Bei den Kindern, die bis 2007 geboren wurden, bleibt es bei der Kinderzulage in Höhe von 185 Euro.


Interessantes für Berufseinsteiger

Damit junge Menschen einen Anreiz erhalten, frühzeitig einen Riester-Vertrag abzuschließen, wird Riester-Sparern, die zu Beginn des Kalenderjahres das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, ab 2008 einmalig ein Berufseinsteiger-Bonus von 200 Euro gewährt.


Eigenheimrentengesetz

Durch das neue Eigenheimrentengesetz wird Riester-Sparen jetzt noch attraktiver. So wird selbst genutztes Wohneigentum besser in die Riester-Förderung einbezogen.


Künftig werden auch Tilgungsbeiträge zur Abbezahlung eines Baukredits mit Riester-Zulagen gefördert. Zudem kann das gesamte Riester-Kapital zur Anschaffung oder Entschuldung einer Immobilie oder zu Beginn der Auszahlungsphase zur Entschuldung einer bereits in der Vergangenheit angeschafften Wohnung aus dem Altersvorsorgevertrag entnommen werden.


Die Neuregelungen gelten rückwirkend ab 1. Januar 2008.

(Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales).


Zertifizierungsvoraussetzungen

  • Die Summe der eingezahlten Beiträge (Eigenleistung + staatliche Zulage) muss zu Beginn des Auszahlungszeitpunktes garantiert werden
  • Leistungen sind frühestens ab dem 60. Lebensjahr abrufbar
  • Leistung muss als lebenslange Rentenzahlung erfolgen, wobei bei Rentenbeginn ein Teilbetrag von bis zu 30 % ausgezahlt werden kann
  • Informationen des Anbieters (z.B. über die Verwendung der Vorsorgebeiträge, die Höhe der Verwaltungskosten, u. ä.) müssen bereitgestellt werden
  • Verteilung der Abschluss- und Vertriebskosten auf mindestens 5 Jahre
  • Vierteljährliche Kündigungs- oder Ruhestellungsmöglichkeit muss vorhanden sein
  • Laufende Beitragszahlung


Zulagenberechtigter Personenkreis

Bei Vorliegen von unbeschränkter Steuerpflicht:

 

  • Rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer und Selbstständige
  • Beamte, Beamtenanwärter, Richter, Soldaten und Amtsträger
  • Wehr- und Zivildienstleistende
  • Landwirte
  • Eltern in der Kindererziehungszeit (höchstens jedoch für die ersten 3 Lebensjahre eines jeden Kindes)
  • Bezieher von Lohnersatzleistungen (z. B. Arbeitslosengeld, Krankengeld)
  • Geringfügig Beschäftigte, sofern sie den Arbeitgeberbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung durch eigene Beiträge aufstocken
  • Studenten, sofern sie neben dem Studium im laufenden Jahr eine sozialversicherungs-pflichtige Tätigkeit ausgeübt haben.
  • Pflegepersonen (z.B. bei Pflege von Angehörigen im Haushalt)
  • Bezieher von Vorruhestandsgeld, sofern diese zuvor pflichtversichert waren
  • Ehepartner aller Zulagenberechtigten, die einen eigenen Vertrag haben und nicht dauernd getrennt lebend sind
  • Bezieher von Erwerbsminderungsrenten


Nicht zulagenberechtigt sind:

 

  • nicht versicherungspflichtige Selbstständige
  • geringfügig Beschäftigte mit Versicherungsfreiheit
  • freiwillig Rentenversicherte
  • Studenten ohne eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit im laufenden Jahr
  • Bezieher einer Vollrente
  • Rentner wegen Berufsunfähigkeit, Erwerbsminderung oder Erwerbsunfähigkeit ohne rentenversicherungspflichtige Beschäftigung
  • Bezieher von Sozialhilfe


Mögliche Formen der Riester-Rente

  • Banksparplan/ Investmentfondsparpläne
  • Rentenversicherungen (klassich oder fondsgebunden)
  • Fondssparplan
  • Pensionskasse
  • Pensionsfonds
  • Direktversicherung
  • Erwerb von selbstgenutzten Immobilien (Eigenheimrente)


Vorteile

  • Hohe staatliche Förderung durch Zulagen und Steuerersparnis
  • Hohe Renditen
  • Garantierte Verzinsung
  • Garantierte lebenslange Rente
  • Flexibler Rentenbeginn
  • Flexible Beiträge
  • Das angesparte Kapital ist pfändungssicher
  • Das angesparte Guthaben kann auf eine andere Anlageform oder auf einen anderen Riester-Anbieter übertragen werden (Gebühren fallen allerdings an)
  • Bei Rentenbeginn können bis zu 30% des angesparten Guthabens in einem Betrag ausgezahlt werden. Der Rest wird als monatliche Rente ausgezahlt.
  • Bei Bezug von Arbeitslosengeld II wird das Kapital aus dem Riester-Vertrag nicht auf das vorhandene Vermögen mit angerechnet, wenn nicht mehr als 4 % angespart werden.
  • Verschiedene Varianten von Riester-Vertragsformen
  • Das angesparte Altersvorsorgevermögen kann bis zu 100 % für den Erwerb einer selbstgenutzten inländischen Immobilie verwendet werden und braucht vor Beginn der Rente nicht zurückgezahlt werden (Wohnförderung/ Wohn-Riester).


Nachteile

  • Volle Besteuerung der Riester-Rente mit dem persönlichen Einkommensteuersatz im Alter
  • Rentenzahlungen sind erst ab dem 60. Lebensjahr möglich
  • Bei Kündigung nach nur wenigen Jahren wird ein Verlustgeschäft gemacht, da in den ersten 5 Jahren die Abschlusskosten für den Vertrag mit den Beiträgen und Zulagen verrechnet werden.
  • Bei Kündigung des Riester-Vertrages vor dem 60. Lebensjahr muss die bisher erhaltene Förderung ab Vertragsbeginn komplett zurückgezahlt werden.
  • Bei Verlegung des Wohnsitzes ins Ausland muss die bisher erhaltene Förderung ebenfalls komplett zurückgezahlt werden.
  • Im Todesfall können Riesterprodukte grundsätzlich vererbt werden. Die Erben müssen jedoch die erhaltene Förderung zurückzahlen. Ausnahme: Der Erbe ist der Ehepartner, der das angesammelte Riester-Kapital auf einen eigenen Riester-Vertrag überträgt.
  • Staatliche Zuschüsse erhalten nur diejenigen Riester-Rentner, die mit ihrer gesetzlichen Rente die Grundsicherung in Höhe von z.Zt. 710 Euro zuzüglich Wohnkostenzuschuss erreichen. Alle anderen müssen zur Erreichung der Grundsicherung erst einmal private finanzielle Mittel aufwenden bevor der staatliche Zuschuss gezahlt wird.