Rekrutieren männliche Personaler sozialer als weibliche?

Nicht nur die Frauenquote befeuert die Geschlechterfrage aufs Neue. So zeigt die Hochschul-Recruiting-Studie, dass männliche Personaler stärker als weibliche das soziale und politische Engagement bei der Einstellung von Absolventen berücksichtigen. 

19 Prozent der Männer erachten diesen Faktor als wichtig – aber nur 9 Prozent der Frauen. Ist es demnach entscheidend, ob Absolventen einem männlichen oder weiblichen Personaler gegenübersitzen? Vielleicht. So geben 7 Prozent der Frauen, aber 18 Prozent der Männer an, dass Hobbys und Interessen den Marktwerkt eines Hochschulabsolventen steigern.

Überraschend ist die Tatsache, dass männliche Personaler einen Mangel an sozialer Kompetenz bei den Bewerbern mit 28 Prozent häufiger beklagen als Frauen (15 Prozent). Geheimnisvoll bleibt die große Abweichung zwischen den Anforderungen, die männliche und weibliche Personaler an Absolventen stellen.

Zur Versöhnung sei darauf hingewiesen, dass beide Geschlechter sich einig sind, dass ein perfekter Hochschulabsolvent – sofern es diesen gibt – eine passende Ausrichtung seines Studiums und Praktikumszeugnisse nachweisen sollte. Diese Kriterien sind nach wie vor wichtiger als weiche Faktoren!


Die Hochschul-Recruiting-Studie 2014 (Jobware in Kooperation mit der Hochschule Koblenz unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Christoph Beck) untersucht, ob das seit mehreren Jahren steigende Angebot an Hochschulabsolventen auf eine entsprechende Nachfrage auf Seiten der Unternehmen trifft – differenziert nach Studienrichtung und Abschlüssen.


Björn Thomsen