Projekte in Bewegung - Projektwirtschaft als Effizienzfaktor

Höhere Effizienz erzielt man nicht in tief gestaffelten Hierarchien, sondern in Projekten. Diese Erkenntnis spricht sich in der Wirtschaft herum. Neuesten Studien zufolge versprechen sich Unternehmen von der Projektorganisation, flexibler und schneller agieren zu können. Damit wächst auch die Gefahr zu scheitern.

Projektwirtschaft heißt das neue Zauberwort. Laut einer gemeinsamen Studie des Personaldienstleisters Hays und der Fachhochschule Ludwigshafen, bei der Entscheider aus knapp 300 Konzernen und mittelständischen Betrieben befragt wurden, sind Schnelligkeit und Innovationskraft mit traditionellen Strukturen nicht mehr zu erreichen. Vorteile verspricht hingegen die Projektwirtschaft: Für spezielle Aufgaben eigens herangezogene Mitarbeiter würden nicht nur lösungsorientierter und selbstständiger vorgehen. Weit mehr als in herkömmlichen Strukturen eingebundene Beschäftigte identifizierten sie sich auch stärker mit ihren Zielen und Projektvorgaben.

Das hohe Markttempo und die Globalisierung lassen Unternehmen keine Wahl, sie müssen sich von starren Strukturen verabschieden. Drei von vier Firmen, so die Studie, praktizieren bereits die Projektarbeit. Vor allem im Mittelstand sowie in der Dienstleistung ist die Projektwirtschaft auf dem Vormarsch. Jeder zweite Mitarbeiter, erwarten die Experten, würde mittelfristig in Projektteams eingebunden. Überwiegend dienen Projekte dazu, neue Arbeitsabläufe einzuführen. Auch die Entwicklung neuer Produkte und Services ist überwiegend in Projekten organisiert.

Kommunikation und Management können verbessert werden
Bei der großen Mehrheit der Firmen sind Projektteams pluralistisch besetzt - mit Mitarbeitern aus unterschiedlichen Abteilungen und verschiedenen Hierarchie-, Qualifikations- und Altersstufen. In Projektteams beziehen zwei Drittel der Unternehmen externe Spezialisten mit ein. Wenig Bedeutung wird in der Projektwirtschaft noch den neuen Kommunikationsformen wie Wikis oder Blogs zugemessen. Die Projektmitglieder kommunizieren hauptsächlich per E-Mail oder in persönlichen Meetings.

Kritisch beurteilen die Studienautoren hingegen das Management von Projekten. Mitarbeiter würden stets ihr Zeitbudget übertreten. Ferner seien vielfach Ziele unklar definiert, zudem würden Entscheidungen auf die lange Bank geschoben. In der Tat steckt der Hoffnungsträger Projektwirtschaft noch in den Kinderschuhen. Ein viel zu hoher Anteil von Projekten verfehlt die Ziele oder wird weit vor dem anvisierten Projektabschluss zu Fall gebracht. Und wer zum Projektleiter berufen wird, handelt sich weniger eine ehrenvolle Beförderung ein, sondern sieht sich eher auf einem Schleuderstuhl platziert. Darüber kann auch ein vergleichbar großes Stellenangebot für Projektmanager nicht hinwegtäuschen.
 
Von Max Leonberg