Ohne Grummeln ins Bewerbungsgespräch

Im Fachlichen, ist sich der Bewerber hundertprozentig sicher, kann ihm niemand das Wasser reichen. Mit dem Examen in der Tasche, glaubt er, kriegt er die lukrativen Jobs doch mit links. Leider geht die Rechnung nicht auf: Selbst erstklassige Zeugnisse stimmen die Personaler nicht gnädig. Wenn Bewerber einfach keine persönlichen Stärken mitbringen, ist der Zug schnell abgefahren.

Souverän und freundlich aufzutreten, ist nur den wenigsten Absolventen vergönnt. Stattdessen hampeln sie im Vorstellungsgespräch herum, fassen sich dauernd nervös an die Nase und kriegen keinen ordentlichen Satz auf die Reihe. Wie sollte so jemand in Teams zurechtkommen, die bisweilen bis spät am Abend noch ihre Aufgaben erledigen müssen? Kontakt zu Kunden - da könnte man ja gleich den Hausmeister schicken.

Kenntnis von Stärken und Schwächen
Doch "Personality" lässt sich entwickeln, nur Mut. Mit sich selbst ins Gericht zu gehen und seine persönlichen Stärken und Schwächen auszuloten, ist ein guter Anfang. Freunde können einen prima beurteilen, weil man sich nahe steht. Auch gute Kollegen erteilen gewiss hilfreich Rat.

Wichtig: Stärken ausbauen, aber Schwächen nicht ignorieren. Wer sich mit Kritik schwer tut, ist ebenso wenig ein hoffnungsloser Fall wie derjenige, der stets einen Kloß im Hals hat oder in seiner Gefühlswelt nicht sicher ist. Man muss nicht gleich zur Volkshochschule oder zur Handelskammer gehen, um entsprechende Kurse zu belegen. Viel besser: Immer wieder bestimmte Situationen aufsuchen oder sich täglich neue Ziele setzen. Dann klappt's beim nächsten Anlauf bestimmt besser - wetten?
 
Von Max Leonberg