Motivieren im Büro

Eine Umfrage brachte es an den Tag: Fast jeder zweite Mitarbeiter fühlt sich von seinen Vorgesetzten demotiviert. Die Hälfte der Befragten spricht ihnen die Autorität, richtige Entscheidungen zu treffen, schlichtweg ab.

Dabei kennen vorbildliche Führungskräfte ihre Pappenheimer genau. Sei es der unerschütterliche Besserwisser, der antriebsarme Fachidiot oder der rhetorisch glänzende Tunichtgut: Ihnen allen gilt es, die Arbeit schmackhaft zu machen, ohne den Sinn fürs Ganze aus den Augen zu verlieren.


Sehnsucht wecken
Klingt kompliziert, wird aber von klugen Strategen geschickt eingefädelt: Gelassene Menschenführung zeichnet sich durch stets gleiche Schlüsselelemente aus. So krempelt das Team die Ärmel spätestens dann hoch, gilt ihm das Ziel als erstrebenswert. Motto: Statt sich in technischen Details und Anordnungen zu verzetteln, lieber die Sehnsucht wecken. Erfolg als Lohn der Arbeit.

Noch attraktiver als das Ziel ist der Weg dorthin. Freilich darf er nicht von teaminternen Scharmützeln geprägt sein. Jeder muss kapieren, dass das Ganze mehr als die Summe seiner eigenen Teile ist. Kurz: Gemeinsame Sache machen, sich zusammenraufen und auf den anderen verlassen können, ist einfach cool.


Sinn verleihen
Gut fährt, wer sich auf einen übergreifenden Nenner einigt, der Aufgabe also einen höheren Sinn verleiht und sie damit "adelt". Zahlt sich später mehrfach aus: "Klasse, dass Sie dabei waren!" Klar, dass sich niemand auf Kosten der Kollegen profilieren darf. Fairplay ist quasi Bedingung für das Projekt. Ohne das Einverständnis, dass alle an einem Strang ziehen und den Ruhm in gleichen Teilen ernten, wäre das Unternehmen ohnehin zum Scheitern verurteilt.

Es klingt so simpel: Menschen das Gefühl zu vermitteln, sie hätten etwas erreicht. Ihnen deutlich zu sagen: Ihr habt Euer Bestes gegeben. Ihnen wirklich sinnvolle Aufgaben anzuvertrauen, also Verantwortung, Vorankommen und persönliches Wachstum zu ermöglichen, ist nicht die Quadratur des Kreises, sondern das beste Mittel gegen Demotivation.
 
Von Max Leonberg