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Mittelständische Unternehmen auf der Suche nach loyalen Mitarbeitern

Kaum flauen die Meldungen über Kurzarbeit und Wirtschaftskrise ab, melden sich Experten mit den neuesten Prognosen zu Wort. Diesmal geht es um Personaltrends im Mittelstand. Wollen die Firmen ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht einbüßen, müssen sie nun verstärkt Mitarbeiter rekrutieren und in Weiterbildung investieren, meint zumindest der Softwarehersteller ADP.

Kurzarbeit, Entlassungen und Pleiten: Lange wurden kleine und mittlere Unternehmen nicht mehr so gebeutelt. Doch es nützt ihnen nichts, den Kopf in den Sand zu stecken. Nun sei es an der Zeit, gezielt um Fachkräfte zu werben und die eigene Mannschaft bei Laune zu halten. Wer laut ADP in der Krise die Personalarbeit vernachlässigt, wird auf Dauer nicht aus dem Strudel herauskommen.

Soziale Netzwerke machen Arbeitgeber attraktiv
Gerade jetzt sind Firmen gut beraten, qualifizierte Mitarbeiter anzulocken und das Personal zu qualifizieren. Zieht die Konjunktur erst einmal an, wachsen auch die Begehrlichkeiten - zum Nachteil der kleineren Firmen. Denn der Mittelstand hat im Vergleich zu Konzernen eine geringere Strahlkraft für Bewerber. Umgekehrt können die Betriebe durch ihre Lage und durch stärkere Berücksichtigung der individuellen Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter punkten. Auch die Aufstiegschancen sind vergleichsweise gut zu beurteilen.

Um die richtigen Köpfe anzusprechen, empfiehlt ADP den intensiven Gebrauch sozialer Netzwerke. Hier warten nicht nur viele von den Unternehmen bisher vernachlässigte Kontaktchancen. Plattformen wie Xing, Facebook oder Twitter gewähren laut ADP auch Hintergrundinformationen, die man über Kandidaten sonst nie zu sehen bekommt.

Hier menschelt es
Neben der Rekrutierung sollten Firmen auch ihre Informationspolitik überdenken. Vor allem in schwierigen Zeiten nimmt in der Belegschaft das Bedürfnis zu, über Wohl und Wehe des Betriebs in Kenntnis gesetzt zu werden. Eine Aufgabe, die das Management an Führungskräfte delegieren sollte, die im täglichen Kontakt mit ihren Teams stehen. Aber auch Eigner oder Geschäftsführer dürfen die Hände nicht in den Schoß legen. Viele Unternehmen würden laut ADP unterschätzen, wie sehr die Mitarbeiterbindung erhöht, Ängste abgebaut und Motivation gefördert werden könnten, würde sich die Firmenleitung direkt an die Belegschaft wenden.

Überhaupt legt ADP den mittelständischen Unternehmen nahe, sich mehr um ihre Mitarbeiter zu kümmern. Viele würden vernachlässigen, welchen Eindruck es hinterlässt, vom Chef zur Hochzeit oder der Geburt des Nachwuchses eine kleine Aufmerksamkeit zu erhalten. Freundlich und zuvorkommend gegenüber Mitarbeitern aufzutreten stärke nicht nur das Zugehörigkeitsgefühl, so ADP. Als Konsequenz brächten sich Mitarbeiter auch stärker ein.
 
Von Josef Bierbrodt

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