Mitarbeiter-Motivation: Offene Kommunikation für stärkere Bindung

Um aus dem Tal herauszukommen, brauchen Unternehmen jetzt jeden einzelnen Mitarbeiter. Vor allem mit Leistungsträgern darf man es sich nicht verscherzen. Studien von Watson Wyatt zeigen, wie man sie motiviert, erneut die Ärmel hochzukrempeln.

Nullrunden, Gehaltskürzungen, Personalabbau - für viele Mitarbeiter sind dies deutliche Signale, ihr Scherflein möglichst rasch ins Trockene zu bringen. Motto: Was kümmert mich der langfristige Geschäftserfolg der Firma, mir ist die persönliche Zukunftsperspektive wesentlich wichtiger.

Keine Geheimniskrämerei
Höchste Eisenbahn gegenzusteuern. Ehe die Besten das schwankende Schiff verlassen, raten die Experten der Unternehmensberatung Watson Wyatt in Düsseldorf, sollte alles dafür getan werden, um sie davon abzuhalten. Dazu hat die Firma einen Maßnahmenkatalog erstellt. Aufgabe eins: Transparenz herstellen. Oft herrscht Unsicherheit. Was ist genau meine Aufgabe, warum ist mein Beitrag dem Unternehmen so wichtig? Nachdem Leistungsträger dies erfahren, sollten sie auch wissen, was ihnen der Arbeitgeber für ihren Einsatz bietet. Gegenleistung für Engagement erhöht die Bindungsbereitschaft.

Was Vorgesetzte ihren Leistungsträgern vermitteln, muss auch in der Chefetage verankert sein. Top-Manager auf der ersten und zweiten Ebene verdienen Vergütungssysteme, die statt auf persönlichen Vorteil auf langfristige Wertsteigerung der Firma ausgerichtet sind. Von zentraler Bedeutung für eine positive Firmenentwicklung ist der Vertrieb. Er kämpft an der Front einen verzweifelten Kampf um jeden Kunden. Hat er auch die besten Voraussetzungen dazu?

Leistung muss sich lohnen, nicht nur bei der Verkaufsmannschaft. Klar, dass die Bewertungskriterien in einer veränderten Unternehmenssituation angepasst werden müssen. Zählbarer Erfolg muss sich unbedingt darin widerspiegeln. Wichtig ist, niemanden zu vernachlässigen und ausnahmslos jeden Leistungsträger im Blick zu behalten. Extra vergütet werden sollte außergewöhnliche Leistung, nicht was sich lediglich in der Norm hält.

Normalos wertschätzen
Watson Wyatt hat sich als Unternehmensberatung auf Vergütungssysteme spezialisiert, globale Konzerne und Markenartikler zählen zu ihrem Kundenkreis. Die Berater raten dringend davon ab, Entscheidungen über das Niveau von Vergütungen aus dem Bauch heraus zu treffen. Im Vorteil ist, wer Daten verdichtet und sie zeitnah mit Informationssystemen auswertet. Entscheidungen basieren somit auf Fakten statt Emotionen.

Bei aller Konzentration auf Leistungsträger sollten aber die anderen Mitarbeiter nicht aus dem Blick geraten. Wenngleich sie sich nicht durch überragende Ergebnisse oder überdurchschnittlichen Einsatz auszeichnen, handelt es sich doch oft um erfahrene, zuverlässige Kräfte, die an wichtigen Schnittstellen arbeiten und kaum zu setzen sind. Auch ihre Rollen sind erfolgskritisch und verdienen daher höchste Aufmerksamkeit. Fazit laut Watson Wyatt: Wer aus der Talsohle wieder herauskommen will, sollte den direkten Kontakt zu allen Mitarbeitern suchen und offen kommunizieren, worauf es ankommt und wie sehr sich Leistung lohnt.
 
Von Max Leonberg