Management Business Schools - Boom in der Flaute

Seit dem Beginn der weltweiten Krise ist die Zahl der Bewerber für ein MBA-Studium an den führenden Business Schools enorm gestiegen. Denn viele nutzen die Wirtschaftsflaute, um sich mit einem MBA das Rüstzeug für einen Managementjob anzueignen. Wer jetzt einen Studienplatz ergattern will, muss sich anstrengen.

"Die besten Studenten haben jetzt mehr Platz", sagt Jake Cohen, Dean für das MBA-Programm an der Insead Business School. Denn aufgrund des Bewerberansturms seien die Zulassungskriterien noch strenger geworden. Dabei hat die Topschule, die neben ihrem Campus in Frankreich auch einen Standort in Singapur und Abu Dhabi hat, mit 998 Studenten aus 83 Ländern inzwischen bereits das weltweit größte MBA-Programm.

Leistung und Selbstbewusstsein öffnen die Türen für den MBA
Insead ist keine Ausnahme. Auch an der Judge Business School der University of Cambridge herrschte 2009 großer Andrang. 1100 Kandidaten haben sich für die 163 MBA-Studienplätze beworben. Eine Chance auf einen Studienplatz an einer der führenden Schulen hat dabei nur, wer sehr gute akademische und berufliche Leistungen und einen hohen Wert im Graduate Management Admission Test (GMAT) aufweist. Der auf Englisch durchgeführte Test misst verbale und mathematisch-logische Fähigkeiten. Das Ergebnis kann zwischen 200 und 800 Punkten liegen. An guten Schulen liegt er oftmals deutlich über 600.

Doch nicht nur die Vorbereitung auf den Test ist eine aufwändige Sache. Zudem müssen Formulare ausgefüllt, Zeugnisse übersetzt, aussagekräftige Referenzen eingeholt und überzeugende Essays geschrieben werden. In diesen kurzen Aufsätzen soll der Student in spe meist darlegen, warum er einen MBA-Abschluss machen möchte und warum er glaubt, dafür geeignet zu sein. Mindestens drei Monate müsse man sich für eine gute Bewerbung Zeit nehmen, sagt Anna Farrus, Admissions Manager an der Said Business School der Universität Oxford. Knackpunkt sei oft das Interview mit Professoren oder Mitarbeitern der Schule. "Man muss sich selbst gut verkaufen können und sich dabei sicher auf dem schmalen Grat zwischen Selbstbewusstsein und Arroganz bewegen", erklärt Farrus.

Die Mischung macht es
Doch selbst die besten Qualifikationen reichen nicht aus, wenn der Kandidat nicht zur Klasse passt. Denn gute Schulen legen stets großen Wert auf eine möglichst heterogene Mischung von Nationalitäten und unterschiedlicher Berufserfahrung. "Da tun sich die vielen McKinsey-Berater manchmal schwerer als ein Musiker oder ein Kampfpilot", sagt Insead-Direktor Cohen. Ähnliches gilt für die Nationalität. So darf zum Beispiel am Insead keine Nationalität mehr als zehn Prozent der Studenten stellen. Deutsche brauchen dabei allerdings kaum Befürchtungen haben. Sie sind an den meisten Topschulen eher unterrepräsentiert.

Weitere Informationen zum Thema MBA: www.schwertfeger-mba-channel.com
Informationen zum GMAT: www.mba.com
 
Von Bärbel Schwertfeger