MBA contra Master in Management - zwei Ausbildungskonzepte im Vergleich

Wer eine Ausbildung in Management sucht, der entschied sich bisher meist für einen MBA-Studiengang. Doch inzwischen bieten immer mehr Hochschulen auch einen Master in Management an. Dahinter steht zwar eigentlich ein anderes Konzept, doch manchmal verschwimmen die Grenzen.

Für Thorsten Wulf ist der Unterschied klar: "Der Master in Management ist quasi der Ersatz für den Diplom Kaufmann und als Master of Science eher forschungsorientiert", erklärt der akademische Direktor für die MBA-Programme an der Handelshochschule Leipzig. Die Studenten sind im Durchschnitt 23 Jahre alt, haben gerade ihr ein Bachelor-Studium im Wirtschaftsbereich absolviert und wollen später oft einen Job in der Unternehmensberatung. Damit ist der 18-monatige Management-Master ein konsekutiver Studiengang - und zwar im doppelten Sinne. Er schließt sich direkt ans Erststudium an und baut inhaltlich darauf auf.

MBA vermittelt Praxis - in der Regel
Ganz anders ist dagegen der MBA positioniert. Er setzt in der Regel mindestens zwei Jahre Berufserfahrung voraus und richtet sich vor allem an Nicht-Wirtschaftswissenschaftler, die sich fit für einen Managementjob machen wollen. Er ist also nicht-konsekutiv und zwar ebenfalls im doppelten Sinne. Die Studenten sind mit rund 28 Jahren deutlich älter und meist sind die Klassen internationaler. Der MBA ist zudem deutlich praxisorientierter, was sich in der Bearbeitung von Fallstudien oder Praxis-Projekten zeigt.

Doch nicht immer sind die Unterschiede so klar. So steht zum Beispiel der European Master in Management (EMM), den die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) zusammen mit der EM Lyon und der Aston Business School (Birmingham) anbietet, Bachelor-Absolventen aller Fachrichtungen offen. Der zweijährige, betriebswirtschaftliche Studiengang vermittle auch Nicht-Wirtschaftswissenschaftlern ein fundiertes Know-how in Managementfragen und ermögliche ihnen ein internationales, englischsprachiges Studium mit integrierten Auslandspraktika, heißt es. Berufserfahrung braucht man allerdings nicht.

Angebote genau vergleichen
Die wiederum müssen die Kandidaten haben, die sich für den neuen Masters in Management der britischen Ashridge Business School interessieren. Mindestens drei Jahre müssen sie bereits gearbeitet haben, vorzugsweise sogar in einer Managementposition. Dafür ist ein erster akademischer Abschluss nicht zwingend notwendig. Das Besondere an dem Programm ist die Anrechnung von anderen Weiterbildungskursen an der Business School, die sich so berufsbegleitend zu einem MSc aufstocken lassen. "Das Master-Studium ist weniger breit angelegt und stärker jobspezifisch als der MBA", erklärt Programmdirektor Roger Delves. Etliche Lerninhalte wie Strategie und Leadership seien allerdings weitgehend identisch.

Auch beim Master in Management gilt es also genau hinzuschauen. Denn hinter dem Abschluss verbergen sich höchst unterschiedliche Angebote.
 
Von Bärbel Schwertfeger