Lohnsteuerklassen

Die Wahl der richtigen Lohnsteuerklasse hat für dich als Arbeitnehmer einen großen Einfluss auf die Höhe der vom Arbeitgeber einbehaltenen Lohnsteuer und somit auch auf die Höhe des zu zahlenden Solidaritätszuschlages und ggf. der Kirchensteuer. Sie kann somit die Höhe deines monatlichen Nettogehaltes beeinflussen.

Bei Ehepartnern, die beide arbeiten, erfolgt grundsätzlich eine gemeinsame Besteuerung. Das bedeutet, dass für jeden Ehepartner das individuelle Arbeitsentgelt zugrunde gelegt wird, durch die gemeinsame Einkommenssteuererklärung am Jahresende jedoch die gemeinsame Jahressteuer ermittelt wird. Somit hat die eigene Lohnsteuerklasse keinen Einfluss auf die gesamte Jahressteuerschuld, jedoch auf das monatliche Nettoentgelt.

Ein Wechsel der Lohnsteuerklasse ist während des ganzen Jahres möglich, wird allerdings erst zum Ersten des Folgemonats wirksam. Änderungen der Lohnsteuerklasse sind nur bis zum 30. November auf der aktuellen Lohnsteuerkarte möglich, danach erfolgt eine Berücksichtigung auf der neuen Lohnsteuerkarte. Ein Wechsel ist in der Regel nur einmal im Jahr zulässig. Ausnahmen aber bilden zum Beispiel Heirat, Arbeitslosigkeit oder Tod des Ehepartners.

Insgesamt gibt es 6 verschiedene Steuerklassen und ab 01.01.2010 zusätzlich ein Faktorverfahren

Steuerklasse 1

Für Arbeitnehmer, die

  • ledig oder geschieden sind
  • verheiratet sind, aber dauernd getrennt leben
  • in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben
  • verwitwet sind und keinen Anspruch mehr auf die Lohnsteuerklasse 3 haben

Steuerklasse 2

Gilt für die unter Steuerklasse 1 genannten Arbeitnehmer, in deren Wohnung mindestens ein Kind gemeldet ist. Diesen Arbeitnehmern steht als Alleinerziehenden ein so genannter „Entlastungsbetrag für Alleinerziehende“ in Höhe von 1.308 Euro pro Kalenderjahr zu.

Für Verwitwete mit mindestens einem Kind gilt die Steuerklasse 2 erst ab dem Monat, der auf den Monat des Todes des Ehegatten folgt.

Steuerklasse 3

Für verheiratete Arbeitnehmer, die nicht dauernd getrennt leben, beide im Inland wohnen und bei denen der Ehepartner keinen Arbeitslohn bezieht oder die Lohnsteuerklasse 5 gewählt hat.

Für Verwitwete bis zum Ende des Kalenderjahres, das nach dem Todesjahr des Ehepartners folgt.

Steuerklasse 4

Für verheiratete Arbeitnehmer, die beide Einkommen erhalten, nicht dauernd getrennt leben und im Inland wohnen.

Diese Kombination der Lohnsteuerklassen (4/4) bietet sich an, wenn beide Ehepartner in etwa gleich viel verdienen.

Steuerklasse 5

Für verheiratete Arbeitnehmer, bei denen ein Ehepartner die Lohnsteuerklasse 3 gewählt hat.

Diese Kombination der Lohnsteuerklassen (3/5) bietet sich an, wenn der in Lohnsteuerklasse 3 befindliche Ehepartner in etwa 60 % und der in Lohnsteuerklasse 5 eingestufte Ehepartner ca. 40% des gemeinsamen Einkommens verdient.

Steuerklasse 6

Erhält der Arbeitnehmer, wenn er bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt ist und somit zwei oder mehr Lohnsteuerkarten hat.

Faktorverfahren

Für verheiratete Arbeitnehmer, die beide Einkommen erhalten, nicht dauernd getrennt leben und im Inland wohnen.

Durch einen vom Finanzamt eingetragenen Faktor soll die steuerliche Mehrbelastung des geringer Verdienenden wie bei der Lohnsteuerklassen-Kombination 3/5 verhindert werden, aber auch der hohe Gesamt-Lohnsteuerabzug wie bei der Lohnsteuerklassen-Kombination 4/4 vermieden werden.

Entscheiden sich beide Ehepartner für die Lohnsteuerklassen-Kombination 4/4, so können sie sich einen vom Finanzamt ermittelten Faktor auf beiden Lohnsteuerkarten eintragen lassen.