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Krisen meistern - Wie man einer Krisensituation optimal entgegenwirkt

Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab: Täglich hört man von weiteren Unternehmen, die planen, Stellen abzubauen. Was können Arbeitnehmer tun, um ihren Arbeitsplatz auch in Krisenzeiten zu sichern?

Ein unkündbarer Arbeitsplatz ist schon lange nur noch ein schöner Traum. Selbst vermeintlich stabile und große Unternehmen geraten in diesen Tagen und Wochen ins Trudeln, Jobs sind gefährdet. Trotzdem ist dies kein Grund zur Panik, meint Top-Management-Coach Maren Lehky aus Hamburg. "Lassen Sie sich durch die negativen Berichte in den Medien nicht verrückt machen." Wer im Unternehmen die Augen offenhält, erkennt oft schon Hinweise darauf, dass es Probleme geben könnte - und kann rechtzeitig die Weichen für seine berufliche Zukunft stellen.

Intervention in Krisensituationen
Wenn man nicht eiskalt erwischt werden will, sollte man Ausschau halten nach Anzeichen, die einen Wandel ankündigen: Der Chef kritisiert vermehrt meine Arbeitsweise und die Ergebnisse meiner Arbeit, bei der Gehaltserhöhung werde ich übergangen, ich kann nur noch schwer Termine beim Vorgesetzten bekommen, in der Kantine setzt sich niemand mehr zu mir ... "Dabei sollte man nicht gleich panisch werden, wenn es mal nicht so rund läuft", so Maren Lehky. "Schließlich haben Führungskräfte in Krisenzeiten viele zusätzliche Probleme, um die sie sich kümmern müssen." Sie rät zu einer gesunden Selbstwahrnehmung: "Wer das Gefühl hat, etwas stimmt nicht mehr in der Beziehung zum Chef oder zur Abteilung, sollte nachfragen, ob es ein Problem gibt. Dabei muss man aber auch offen sein für ehrliche und eventuell unangenehme Antworten." Kann man mit seinem Vorgesetzten oder mit vertrauten Kollegen nicht reden, bieten sich auch neutrale Instanzen wie die Personalabteilung oder der Betriebsrat an.

Wenn klar ist, dass Arbeitsplätze im Unternehmen abgebaut werden sollen, empfiehlt es sich, Fettnäpfchen zu vermeiden: Ein guter Arbeitnehmer stellt in dieser Situation keine Forderungen, nervt den Chef nicht mit Fragen, macht möglichst keine Fehler und sorgt dafür, dass er Pluspunkte sammelt - indem er zum Beispiel Projekte schneller abschließt, als von ihm erwartet wurde. "In Zeiten wie diesen sollten Sie sicherstellen, dass Sie Ihren Stall sauber halten", fasst Maren Lehky zusammen.

Das sinkende Schiff verlassen
Gleichzeitig sollte man aber auch erkennen, wenn das Spiel aus ist, und nicht unnötig lange klammern. "Stecken Sie Ihre Energie dann lieber in Ihre berufliche Zukunft", so die Trainerin. Bevor man geht, sollte man zum Beispiel für gute Referenzen sorgen und versuchen, zumindest eine gute Abfindung zu bekommen oder etwas länger als vorgesehen im Unternehmen zu bleiben. "Denn aus einer festen Stellung heraus bewirbt man sich immer noch besser als aus der Arbeitslosigkeit heraus", gibt Maren Lehky zu bedenken. Gut dran sind Menschen, die in den vergangenen Jahren kontinuierlich an ihrem Marktwert gearbeitet haben: Wer stets gute Arbeit macht, sich regelmäßig weiterbildet und sein Netzwerk pflegt, hat in Krisenzeiten bessere Karten.
 
Von Sabine Olschner

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