Karrierekiller Auslandsjob?

Auslandserfahrungen gelten ja seit jeher als der Karriereboost schlechthin. Wer während des Studiums nicht mindestens einen Auslandsaufenthalt vorzuweisen hat, der hat schon schlechte Karten. Egal ob als Austauschstudent oder als Praktikant: Auslandserfahrungen werden heute fast schon in jeder Bewerbung vorausgesetzt. Da sticht aus der Bewerbermasse fast nur noch derjenige heraus, der nicht ein einziges Mal im Ausland war. 

Dass aber gerade längere Auslandsaufenthalte im Job ein echterKarrierekiller sein können, ist vielen nicht bewusst. Viele merken erst bei ihrer Rückkehr nach Deutschland, dass der Einstieg auf den deutschen Arbeitsmarkt sich durchaus schwerer gestalten kann als angenommen.

In Deutschland gibt es qualifizierte Arbeitskräfte mit interkulturellen Kompetenzen zu Hauf. Wer also nach jahrelanger Tätigkeit im Ausland wieder in Deutschland Fuß fassen will, sieht sich nicht selten mit der Aussage konfrontiert, man habe schlichtweg den Anschluss verloren. Fachlich ist man in Deutschland nach einigen Jahren im Ausland nicht mehr auf dem aktuellsten Stand. Interkulturelle Kompetenz hin oder her.

Wer nicht auf eigene Faust gegangen, sondern von seinem Unternehmen ins Ausland entsendet wurde, der sollte nicht nur fachlich am Ball bleiben, sondern sich besonders stark um seine Netzwerkaktivitäten in den heimischen Gefilden kümmern. Denn auch hier geht das Leben weiter. Um nicht in Vergessenheit zu geraten, sollte man das eigene Netzwerk aktiv pflegen und damit für die eigene Rückkehr ins Heimatland vorsorgen.

Oft liegt es nur in den Händen der Rückkehrer, wie sie sich auf dem deutschen Arbeitsmarkt zurechtfinden. Denn Reintegrationspläne werden in vielen Unternehmen noch stiefmütterlich behandelt. Wer als Führungskraft ins Ausland geht, der kann auf einen Integrationsplan bestehen und hat damit etwas mehr Absicherung. Für die meisten aber, die es für den Beruf ins Ausland zieht, kann nur eine akribische Planung davor bewahren, dass der Auslandsjob nicht zum Karrierekiller wird.