Internet-Gefahren - Was Personaler gern über Sie wissen möchten

Drei von zehn Personalmanagern suchen im Internet aktiv nach zusätzlichen Informationen über Bewerber. Experten empfehlen daher, seine Online-Reputation aktiv zu managen. Personen-Suchmaschinen haben darin bereits ein neues Geschäftsmodell entdeckt.

Für immer mehr Bewerber wird das Internet zur Karrierefalle. So gibt bereits ein Fünftel der Personalmanager an, dass fragwürdige Einträge im Netz die Einstellungschancen eines Kandidaten - trotz guter Qualifikation - verringern. Das ist das Ergebnis einer Online-Befragung der DJM Consulting GmbH in Kooperation mit Jobware.

Social Network als Informationsquelle der Personaler
Danach betreiben 29 Prozent der befragten Personalmanager das so genannte "Background Checking", ein erheblicher Anteil davon sogar sehr häufig oder regelmäßig. Am häufigsten genutzt werden dabei Suchmaschinen wie Google (84 Prozent) und Social Networks wie Xing oder StudiVZ (74 Prozent). In spezialisierten Personen-Suchmaschinen wie yasni, 123people oder myON-ID suchen 35 Prozent.

Bewerber sollten daher regelmäßig überprüfen, welche Informationen über sie im Netz verfügbar sind. "Es gibt keine Privatsphäre mehr im Internet", warnt Klaus Eck, Autor des Buches "Karrierefalle Internet". "Da ist längst jeder nackt." Auch das Cyber-Mobbing, bei dem gezielt verhängnisvolle Fotos oder Informationen über unliebsame Kollegen oder Konkurrenten ins Netz gestellt werden, ist inzwischen ein so ernst zu nehmendes Problem, dass sich sogar EU-Medienkommissarin Viviane Reding dem Problem angenommen hat.

Wie man Probleme vermeidet
Erlaubt sind die virtuellen Rufmordkampagnen oftmals nicht. "Wer fremde Fotos oder Texte unerlaubt ins Internet stellt, verletzt Urheberrechte und häufig auch Persönlichkeitsrechte", erklärt der Hamburger Anwalt und Medienexperte Wolfgang Naegele. Der Betroffene könne vom Verletzer Unterlassung (z. B. Löschung) und Schadenersatz verlangen.

Klaus Eck empfiehlt dennoch, zunächst immer eine gütliche Lösung zu suchen. Gerade Blogger reagierten manchmal sehr empfindlich auf die Aufforderung, einen Eintrag zu entfernen. "Damit kann man die Krise noch verschärfen", so der Internet-Experte. Er empfiehlt daher seine Online-Reputation selbst aktiv zu managen. Dazu gehöre es zum Beispiel, nur gute Fotos ins Netz zu stellen, seine Blog-Beiträge mit Bedacht zu verfassen und eine eigene Homepage zu betreiben.

Inzwischen haben die Personen-Suchmaschinen daraus bereits ein neues Geschäftsmodell entwickelt. So bietet myON-ID seit kurzem die Möglichkeit, sich kostenlos eine eigene Webpräsenz mit ausgewählten Inhalten und Fotos aufzubauen und zu verwalten. Wer das Premium-Paket kauft, kann sogar Werbeanzeigen mit dem eigenen Namen in Google platzieren.
 
Von Bärbel Schwertfeger