In der Ruhe liegt die Kraft

Bedauerlicherweise endet fast jedes Studium mit einer Abschlussarbeit. Egal ob Magister, Diplom, Bachelor oder Master, niemand kommt drum herum, sein umfangreiches, geballtes, während der letzten Jahre angesammeltes Wissen zu Papier zu bringen. Allzu viel Aufmerksamkeit sollte man dem Ganzen dann aber doch nicht widmen. "Alles ganz ruhig angehen lassen" lautet gerade in der Vorbereitungszeit die Devise.

Bei der Themenfindung ist Inspiration gefragt und die findet man nicht zu Hause am Schreibtisch. Im Sommer kommen einem die besten Ideen am Badesee, beim Grillen oder Eis essen. Im Winter bietet sich der Weihnachtsmarkt an, bei praller Geldbörse auch mal ein Wochenende Après-Ski. Ist das Thema nach wochenlanger Suche dann gefunden (und vom Professor sogar für gut befunden), gilt erst einmal strengste Geheimhaltung. Es ist immer besser, wenn keiner den genauen Stand der Dinge kennt, denn so erspart man sich nur lästige Fragen. Lasst auch euren Professor im Unklaren darüber, wie weit eure Arbeit fortgeschritten ist. Im schlimmsten Fall hat er Verbesserungsvorschläge oder übt Kritik. Beides bedeutet nur zusätzliche Arbeit.

Was die "einschlägige Literatur" betrifft, sollte man sich das Leben nicht allzu schwer machen. In der Bibliothek kennt man sich sowieso nicht aus und das Internet bietet einem doch alles, was man braucht. Für ein paar Euro gibt es tolle Arbeiten bei den zahlreichen Studienarbeitsbörsen, da kopiert man die passenden Abschnitte einfach in das eigene Werk. Es wäre doch vollkommene Zeitverschwendung, über Dinge nachzudenken, über die sich schon andere den Kopf zerbrochen haben.

Motiviert in die Abschlussarbeit
Hin und wieder kann es vorkommen, dass einen trotz der guten Vorbereitung und der schlauen Gedanken anderer die Motivation verlässt. Hier gilt, bloß nicht aus der Ruhe bringen lassen. Nur wer gut und lange schläft, ist fit für den restlichen Tag, und nur wer sich in der direkten Umgebung wohlfühlt, kann Top-Leistungen abliefern. Das Bad und die Küche können also ruhig mal wieder von Grund auf gereinigt werden, sogar kleine (oder auch größere) Renovierarbeiten im Schlafzimmer sind hier durchaus angebracht und äußerst hilfreich. Man sollte immer bedenken, dass dies alles letztendlich nur der Arbeit zugute kommt.

Entscheidend für Erfolg oder Misserfolg sind die letzten 24 Stunden. Hier lässt man zumindest Teile seiner Arbeit noch mal schnell Korrektur lesen, nimmt hier und da noch ein paar Änderungen vor und kümmert sich um das Inhalts- und Literaturverzeichnis. Aber Vorsicht, das kann länger dauern, als man denkt (eigene Erfahrung). Wichtig ist auch zu wissen, welcher Copy-Shop das Meisterwerk innerhalb kürzester Zeit bindet, schließlich soll nicht Unpünktlichkeit den Wert der eigenen Arbeit schmälern.

Ist man den Papierstapel nach wochenlanger harter Arbeit endlich los, genießt man die neu gewonnene Freiheit am besten am Badesee, beim Grillen oder Eis Essen.
 
Von Sabrina Clemens