Heute schon gelernt?

Alle Erstsemester haben ihr "erstes Mal" noch vor sich, allen andern ist die Problematik bekannt: Wie bereite ich mich optimal auf eine Klausur vor?

Ich denke, Ihr wisst wovon ich rede. Am Anfang eines jeden Semesters stehen die guten Vorsätze, die Grundstimmung ist optimistisch und die Studierenden selbst sind hoch motiviert. DIESES Semester wird alles anders laufen. Sicher, sicher ... Fest steht nur eins: Diese Vorsätze legen sich schnell (sehr schnell)! Schließlich müssen Prioritäten gesetzt werden und die Bereitschaft zum Lernen steht bei den meisten nicht allzu weit oben auf der Liste.

Wenn einem dann so langsam bewusst wird, dass das Semester doch nicht mehr ganz so lang ist und die Klausurenphase immer näher rückt, gilt es zunächst Ruhe zu bewahren. Genug Ausreden zum Nicht-Lernen hat man schließlich immer parat und mit dem guten Vorsatz, in diesem Semester wirklich rechtzeitig mit den Klausurvorbereitungen zu beginnen, hat es sich dann schließlich auch wieder erledigt.

Trotz der düsteren Erinnerungen an vergangene Nachtschichten finden sich weiterhin zahlreiche Dinge, die DRINGEND erledigt werden müssen, bevor mit dem Lernen begonnen werden kann. Schließlich kann man sich mit dreckigen Fenstern ganz schlecht konzentrieren und Mutti freut sich bestimmt auch, wenn man ihr am Wochenende mal keine dreckigen Klamotten mitbringt, sondern artig selber wäscht und sogar die Handtücher bügelt. Einfach alles, was sonst eher lästig erscheint, erledigt sich nun fast von alleine. Denn alles ist besser, als am Schreibtisch zu sitzen und seine Nase in Bücher und Ordner zu halten. Natürlich darf auch das soziale Leben nicht zu kurz kommen und so ist die nächste Party ein absolutes Muss. Weiter eignet sich selbst das niveauloseste Fernsehprogramm zur Ablenkung und in der ersten Liga der "Lern-Verweigerer" spielt man, wenn man auch noch Zeit für einen kleinen Urlaub findet.

Irgendwann jedoch verliert die Verdrängungstaktik ihre beruhigende Wirkung, Schuldgefühle und leichte Panik setzen ein. Und dann tritt genau der Fall ein, den man doch dieses Mal unbedingt verhindern wollte: der Kampf gegen die Zeit und gegen sich selber beginnt. Soziale Kontakte müssen zurückstecken, das dreckige Geschirr stapelt sich in Richtung Küchendecke und Schlaf wird zum puren Luxus, ist aber eigentlich eh nur was für Weicheier. Als wäre das alles nicht vorhersehbar gewesen ...

Jetzt ist es zum Glück ja erst Anfang November, die Klausuren sind noch weit, weit weg und es bleibt euch noch genug Zeit zum Lernen! Also holt schon mal die Putzlappen und Bügeleisen aus dem Schrank ...
 
Von Sabrina Clemens