Glück ohne ...ness

Eigentlich soll dieser Artikel von Wellness und Selfness handeln. Ein tolles Thema, aber es zieht sich. Und so in Gedanken beobachte ich meine Kinder, die seit zwei Tagen ein Katzeniglu bauen. Für ein größeres Projekt reicht der Schnee nicht. Wenn man diese Aktion als Erwachsener so betrachtet, stellen sich sofort die Fragen: Und was bringt das Ganze? Macht es Sinn? Wo bleibt der Ertrag? Ist die Zeit auch wirklich sinnvoll genutzt? Wer hat was davon?

Den Kindern ist so etwas egal, sie sind völlig gefangen in ihrer Aufgabe. Es werden Pläne geschmiedet, die Katze immer wieder reingestopft, um den Umfang zu kontrollieren, und die Zeit wird völlig vergessen, auch dass es beißend kalt ist. Die beiden erleben gerade einen Flow. Es sind unsere glücklichsten Momente im Leben, diese Augenblicke, in denen unser Geist und auch unser Körper bis an die Grenzen gebracht werden, um etwas ganz Besonderes zu schaffen. Wenn die Tätigkeit nicht zu leicht oder zu schwer für uns ist und eine Ziel- und Handlungsklarheit besteht, lässt uns dieser Schaffensrausch die völlige Harmonie von Körper und Geist spüren.

Besonders bei Sportarten wie Skifahren, Segeln oder auch Tanzen wird der Flowzustand erreicht, denn es werden Psyche und Körper gleichermaßen beansprucht. Auch der Computer kann mit seiner Komplexität unseren Geist in Fluss bringen. Aber wie gelangt man zum Flow wenn er gebraucht wird?

Am wichtigsten ist es, bei der Tätigkeit nicht anzufangen, sich Sorgen zu machen (mein Abgabetermin z.B.) oder alles in Frage zu stellen. Betrachten Sie Ihre Aufgabe als Spiel, so wie Kinder, und behalten Sie immer Ihre Motivation im Hinterkopf. Flow, entsteht nur, wenn die Tätigkeit Spaß macht und uns ein gutes Gefühl gibt.

Achten Sie auf Ihre Gedanken. Falls Sie abschweifen oder unruhig werden, konzentrieren Sie sich wieder auf die Aufgabe und tun Sie nichts, das Ihre Fähigkeiten übersteigt, bis Sie wieder im Flow sind. Bei einem Menschen im Flowzustand synchronisieren sich der Herzschlag, die Atmung und der Blutdruck. Das ist doch auch Wellness, oder?
 
Von Adriane Böhm