Gehaltsvorstellungen

Die Gehaltsvorstellung kann entweder vorab in der Stellenanzeige abgefordert werden oder aber erst im Vorstellungsgespräch konkret zum Thema werden.

Wird in der Stellenanzeige die Angabe deiner Gehaltsvorstellungen in deinem Anschreiben verlangt, solltest du deine Gehaltsvorstellungen auch unbedingt benennen. Beziehe dich dabei nicht auf das monatliche Bruttogehalt sondern auf das Jahres-Bruttogehalt.

Wenn du deine Gehaltsvorstellungen nicht angibst, obwohl danach in der Stellenanzeige verlangt wird, verbaust du dir möglicherweise den Weg zum Vorstellungsgespräch. Bei der Angabe deiner Gehaltsvorstellungen hast du zwei Möglichkeiten:

  • Du gibst dein aktuelles bzw. letztes Gehalt an.

Möglichkeiten der Recherche

Informationsquellen können z.B. Berufsverbände, Gewerkschaften oder das Internet sein. Um aktuelle Gehaltsanalysen im Internet zu finden, nutze einfach eine der gängigen Suchmaschinen. Suchbegriffe wie "Gehaltsanalyse", "Gehaltscheck" oder "Gehaltstest" sollten dir schnell zu passenden Ergebnissen verhelfen. Aber auch persönliche Erfahrungen von Familienangehörigen, Freunden oder Bekannten können für die eigene Einschätzung oft hilfreich sein. Informationen über das Unternehmen, wie Größe, Marktposition oder Inter-nationalität können zusätzlich einen Hinweis auf die Höhe der gezahlten Gehälter geben.

Im Bewerbungsgespräch

Die Frage nach der Gehaltsvorstellung ist insbesondere auch in einem Vorstellungsgespräch von großer Bedeutung (Allerdings oft erst in einem zweiten Vorstellungsgespräch). Verlangst Du hier zu viel, kann dieses das k.o.-Kriterium für deine Bewerbung sein. Verlangst du zu wenig, wirst du evtl. für unglaubwürdig gehalten oder giltst als schlecht informiert.

Grundsätzlich sollte das Thema Gehalt immer zuerst vom Arbeitgeber angesprochen werden. Schließlich willst du ja nicht den Eindruck erwecken, dass es dir hauptsächlich ums Geld geht.

Nur wenn du dich wie schon oben beschrieben mit den branchenüblichen Gehältern vertraut gemacht hast, kannst du eine konkrete Gehaltsvorstellung entwickeln. Diese wird es dir ermöglichen, dein Gehalt erfolgreich zu verhandeln.

Da viele Unternehmen heutzutage sogennannte Gehaltspakete zahlen, ist es sinnvoll, sich schon im Vorfeld zu informieren, wie es das jeweilige Unternehmen handhabt (Provisionen, Erfolgsbeteiligungen, Leistungsboni etc.).

Sinnvoll ist es, bei der Nennung des Einstiegsgehalts immer eine Spanne anzugeben (z.B. „Als Einstiegsgehalt stelle ich mir zwischen 35.000 und 40.000 Euro vor.“). Das signalisiert Flexibilität und Verhandlungsbereitschaft. Unrealistische, weit überhöhte Forderungen solltest du unbedingt vermeiden. Für dich selber solltest du jedoch immer ein Minimum im Hinterkopf behalten.

Um auf mögliche Fragen wie „Welche besonderen Qualifikationen bringen Sie mit?“ oder „Warum sollten wir ausgerechnet Ihnen so viel Geld bezahlen?“ adäquat antworten zu können, solltest du dir vorab schon Gedanken machen, wie du deine Qualitäten angemessen vermarkten kannst. So kannst du das üblicherweise in der Branche gezahlte Durchschnitts-gehalt z.B. durch entsprechende Zusatzqualifikationen, Studienrichtung, Fächerkombination, Praktika, Auslandsaufenthalte oder Sprachkenntnisse erhöhen.

In erster Linie sollte es jedoch immer um die zu besetzende Stelle und deren Inhalte gehen und nicht um die Höhe des Gehalts.

Bei der Gehaltsverhandlung hat das Unternehmen generell auf die Grundsätze des Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes zu achten.