Firmenwagen - Statussymbol im Blickpunkt

Nach der Krise lösen immer mehr Firmen die Bremse bei ihren Flotteninvestitionen. Vielerorts werden komplette Fuhrparks aus Firmenwagen neu geordert. Eine gute Gelegenheit für Mitarbeiter, mal über ein vom Arbeitgeber finanziertes Auto nachzudenken.

Unternehmen, die ihren Mitarbeitern attraktive Gehaltspakete inklusive Auto schnüren, haben bei der Zielgruppe der heftig umworbenen Fach- und Führungskräfte die Nase vorn. Doch auch die "niedrigen Chargen" können von ihrem Arbeitgeber profitieren, solange er die Spendierhosen anzieht. Kamen früher nur sogenannte Leistungsträger, also Manager und Vertriebsleute, in den Genuss eines fahrbaren Untersatzes, kann sich inzwischen hier und dort auch der Angestellte im Support oder in der Buchhaltung eine Firmenkarosse bestellen.

Ein Firmenwagen muss für beruflich relevante Fahrten genutzt werden
Doch die Entscheidung, das großzügige Angebot des Arbeitgebers anzunehmen, sollte gut überlegt sein. Im Internet finden sich schnell Rechenbeispiele. Wer auf Nummer sicher gehen will, hakt einfach in der Personalabteilung nach. Prinzipiell wird die Leasingrate brutto unversteuert vom Gehalt abgezogen. Dieser Einkommensverlust sowie der zu versteuernde geldwerte Vorteil wird erst kompensiert, können auch genug steuerlich relevante Entfernungskilometer geltend gemacht werden. Der Wagen muss überwiegend beruflich veranlasste Strecken zurücklegen, sonst geht die Rechnung nicht auf.

Es ist durchaus damit zu rechnen, dass sich in diesen Tagen immer mehr Menschen über das Angebot eines Firmenfahrzeugs den Kopf zerbrechen. Denn nach dem Krisenjahr 2009 und dem langen Winter rechnen Automobilhersteller mit einer steigenden Nachfrage der gewerblichen Kunden. Vor allem die Betreiber mittlerer und großer Dienstwagenflotten planen, 2010 in neue Fahrzeuge zu investieren. Jeder zweite Betrieb mit einer Flotte von mehr als zehn Fahrzeugen beabsichtigt nach einer Umfrage unter deutschen Fuhrparkleitern Zukäufe.

Firmenfahrzeug als Motivationsinstrument
Hilfe verspricht der "Ratgeber Dienstwagenmanagement", erschienen im FAZ-Verlag. Thematisiert werden steuerrechtliche Fragen der Firmenfahrzeug-Nutzung, auch über das elektronische Fahrtenbuch und die sogenannte "1-Prozent-Regel" gibt das Buch hinreichend Aufschluss. Kompakt sind die Motive und Vorteile des Motivationsinstrumentes Dienstwagen, das Fuhrparkmanagement, die Gestaltung einer Dienstwagenordnung sowie Regelungen für ein Gehaltsumwandlungsmodell dargestellt.

Der Anreiz eines Firmenwagens ist nicht zu unterschätzen. Bisweilen profitieren Mitarbeiter sogar von einem "Sorglos-Paket": Sie fahren stets einen Neuwagen, den sie mit einer Tankkarte günstig betanken können und der für alle Fälle versichert ist. "Der Motivationsaspekt", freut sich der Personalchef einer amerikanischen Computerfirma, sei enorm. "Einen Firmenwagen zu fahren, stärkt die emotionale Bindung. Und viele Mitarbeiter sind nach wie vor sehr erpicht auf dieses Statussymbol."
 
Von Winfried Gertz