Erfolgreiche Männer sind in festen Händen

Money meets beauty. Ihren Partner wählen Frauen ganz gezielt aus, sie entscheiden meist rational: Wo Frauen knapp sind, gehen weniger erfolgreiche Männer leer aus. Dies haben englische Biologen nun nachgewiesen.

Erreichen Menschen das heiratsfähige Alter, stellt sich vielen die Frage: Wohin des Weges? Von ihrer Lebensplanung profitiert ein riesiger Beziehungsmarkt. Unzählige Kontaktbörsen mehr oder weniger seriöser Couleur legen dafür beredt Zeugnis ab. Hier herrscht das Prinzip von Angebot und Nachfrage: Weil Männer im Alter zwischen 18 und 40 in der Überzahl sind, müssen sie oft für die Partnersuche zahlen, für Frauen ist die Dienstleistung dafür kostenlos.

Frauen, die hier ihr Glück suchen, empfinden das Geschacher um Angebot und Nachfrage vielfach entwürdigend. Man komme sich vor wie beim Kuhhandel, kritisieren liebeshungrige Damen zuweilen. Ihren Traum, einen netten und gut betuchten Partner zu finden, geben sie freilich nie auf. Aus gutem Grund: Solange sie in der Minderheit sind, können sie sich schließlich die Rosinen herauspicken.

Wie sich Angebot und Nachfrage auf dem Heiratsmarkt tatsächlich verhalten, haben nun Biologen der Universität Newcastle unter die Lupe genommen. Dies vorweg: Ihre Ansprüche sollten Frauen noch stärker als bisher durchsetzen. Denn sie sind klar in der Position des Einkäufers und können sich das Liebeswerben ihrer Kavaliere ziemlich gelassen zu Gemüte führen.

Um dies wissenschaftlich zu untermauern, verglichen die Biologen statistische Zensusdaten aus den USA und fanden das bestätigt, was ohnehin jeder weiß. Das Ergebnis in aller Kürze: Stimmten weibliche und männliche Population zahlenmäßig überein, hatten 60 Prozent der hinsichtlich ihres Status attraktiven und fast ebenso viele der eher unattraktiven Männer den Trauschein spätestens mit 30 Jahren unterschrieben. Stieg hingegen der Anteil heiratsfähiger Männer gegenüber Frauen um zehn Prozent an, wie zum Beispiel in Arizona, genossen die Damen die Qual der Wahl. Für einen Kandidaten mit niedrigem Status entschieden sich lediglich 24 Prozent, hingegen für die solventere Alternative fast doppelt so viele, nämlich 46 Prozent.

Interessant sind die sinkenden Quoten. Sind Damen in der Minderheit, lassen sie allem Anschein nach lieber nichts anbrennen. Konkurrenz belebt das Geschäft: Beim Liebeswerben müssen Männer stärker als sonst mit ihren Pfunden wuchern. Genau wie im Business - wer den Einkäufer überzeugen will, über das beste Angebot zu verfügen, muss nicht nur mit erfolgreichen Produkten aufwarten, sondern auch mit seiner Dienstleistung herausstechen. Heiratswillige Damen in der Rolle des "Einkäufers" achten noch mehr auf das gewisse Etwas.

Hoher sozialer Status, sicheres Einkommen und körperliche Attraktivität bleiben der Gradmesser aus weiblicher Sicht. Umgekehrt sind bindungswillige Damen gut beraten, sich nicht auf ihrem statistischen Ross auszuruhen. Dass dies verstanden wird, zeigt der Well- und Fitness-Boom in aller Deutlichkeit. Niemandem wird etwas geschenkt.
 
Von Max Leonberg