Eindruck machen mit der richtigen Visitenkarte

Ohne sie läuft heutzutage im Business gar nichts mehr: Visitenkarten gehören ebenso zum Geschäftsleben wie Handy und Krawatte. Wer weiß, wie er mit seiner Visitenkarte richtig umgeht, macht bei seinem Gegenüber Eindruck.

Geknickt wird eine Visitenkarte heutzutage nicht mehr. Vielmehr achtet man darauf, dass sie ein ordentliches Erscheinungsbild hat, denn sie unterstützt oft den ersten Eindruck einer Person. Dazu ist das kleine Stück Papier auch noch sehr nützlich: Die Informationen auf der Visitenkarte bieten gute Anknüpfungspunkte für den Small Talk - sei es über den gemeinsamen Vornamen oder die besondere optische Gestaltung, sagt Susanne Helbach-Grosser, Inhaberin von Takt & Stil, einem Seminarinstitut für moderne Umgangsformen.

Trifft man geschäftlich aufeinander, stellt sich die Frage, wer zuerst die Karte zückt. Helbach-Grosser: Als Gast überreiche ich meine Visitenkarte zunächst dem Ranghöchsten der Gruppe. Sitzt man mit vielen Leuten am Tisch, sollte man die Karten nicht wie beim Skat werfen, sondern sie den Anwesenden zuschieben. In einer kleinen Sitzgruppe steht man auf und gibt sie jedem persönlich. Um sich die Namen aller Gruppenteilnehmer zu merken, kann man die Karten der Sitzordnung gemäß auf den Tisch vor sich legen.

Steht man geschäftlich in lockerer Runde zusammen, übergibt man die Visitenkarte nach dem Gespräch. Wer möchte, kann seine private Telefon- oder Handynummer handschriftlich hinzufügen oder seine Titel, wie Doktor oder Professor, durchstreichen. Das bedeutet, wir befinden uns auf einer persönlichen Ebene, erklärt die Stilberaterin. Keineswegs sollte man fremde Visitenkarten im Beisein ihrer Besitzer beschriften. Hilfreiche Notizen auf der Rückseite, zum Beispiel über Äußerlichkeiten, wo man sich kennengelernt hat oder über was gesprochen wurde, macht man erst, wenn der andere außer Sichtweite ist. Gehen einem die Karten aus, sollte man Gesprächspartnern versprechen, sie zuzuschicken - und es dann auch tatsächlich tun. Versehen mit einem kurzen persönlichen Satz auf einem Klebezettel, ist das eine gute Erinnerung an das Gespräch, so Helbach-Grosser.

Niemals vergessen sollte man seine Visitenkarten bei einer Geschäftsreise nach Asien. In China, Japan und anderen asiatischen Ländern spielt die Visitenkarte eine größere Rolle als bei uns, so Dr. Kurt Wiesegut von Pacific Consult, einer Beratungsgesellschaft für Geschäftskontakte in asiatischen Märkte. Sie ist ein Symbol der Persönlichkeit. Entsprechend sollte man sie mit dem gebührenden Respekt behandeln. Man übergibt die Karte mit beiden Händen und wendet sich dabei dem Gesprächspartner mit einer leichten Verbeugung zu. Auf die gleiche Weise nimmt man Visitenkarten entgegen, erklärt Wiesegut. Pluspunkte sammelt man beim Versuch, den Namen oder die Firma in der fremden Sprache auszusprechen.

Bei häufigen Asien-Kontakten rät der Consultant, sich eine Visitenkarte in der Landessprache anfertigen zu lassen. Lassen Sie jedoch die Transkription Ihres Namens überprüfen: Falsche Schriftzeichen können ungewollte ,Nebenwirkungen hervorrufen, weil der Name plötzlich eine ganz andere Bedeutung bekommt. Bei Ländern wie Indien, in denen Englisch als Business-Sprache üblich ist, genügt eine Übersetzung der Visitenkarte ins Englische, in China oder Japan wäre eine englische Seite und eine Seite in Landessprache die perfekte Lösung. Da die Asiaten großen Wert auf den Rang ihres Gegenübers legen, empfiehlt es sich, seinen Titel und seine Position unbedingt mit auf die Visitenkarte zu schreiben. Derart ausgestattet, ist man für Treffen mit ausländischen Geschäftspartnern gut vorbereitet.
 
Von Sabine Olschner