Durchstarten bei Vodafone

Bei Vodafone in Düsseldorf werden die Ärmel hochgekrempelt. Nach Übernahme und Integration des Festnetzanbieters Arcor will der integrierte Telekommunikationskonzern dem Nachwuchs spannende Perspektiven eröffnen.

Inken Nonnenmann hat es bereits sehr weit gebracht. Seit Januar 2008 ist die Diplom-Kauffrau als Business Development Managerin in der Vertriebssteuerung tätig. Nach dem Studium an der LMU München wurde sie im Sommer 2006 als Trainee gemeinsam mit zwei weiteren Absolventen für das "Challenger"-Nachwuchsprogramm ausgewählt. Entscheidend war, dass Nonnenmann neben dem BWL-Studium am ebenfalls in München ansässigen Center for Digital Technology and Management die Schulbank drückte.

Trainee-Programm mit i-Tüpfelchen
Eine Doppelqualifikation, die sich für den Vertrieb des Telekommunikationsunternehmens hervorragend eignet. Seit 2006 gibt es "Challenger", erläuterte Personalchef Michele Verna Ende Juni in einem Pressegespräch. Damit würden die Top-Führungskräfte von morgen gefördert. Sofort nach Ablauf des Traineeprogramms übernehmen die Ex-Challenger konkrete Führungsaufgaben. Zuvor durchlief Nonnenmacher alle zentralen Unternehmensbereiche und verschaffte sich auch beim Auslandsaufenthalt in der britischen Konzernzentrale in Newbury Zugang zu einem "enormen firmeninternen Netzwerk".

Für die maximal zweijährige Trainee-Ausbildung, mit dem Challenger-Programm als i-Tüpfelchen können sich Absolventen mit wirtschaftsnahen Abschlüssen bewerben. Neben guten Noten und relevanten Praktika wird erwartet, dass sich Bewerber sozial engagieren, Verantwortung übernehmen und Erfahrung im Ausland sammeln konnten. Maximal fünf Challenger pro Jahr werden intensiv persönlich betreut. Jeder durchläuft ein eigens auf ihn zugeschnittenes Programm. Intensives Coaching sowie Training on- und off-the-job verhilft der Nachwuchskraft, schneller als andere in der Karriere durchzustarten.

Vodafone will als Arbeitgeber punkten
Aus der Rückschau freut sich Nonnenmacher, dass sie als Challenger viel Freiraum zum Lernen nutzen konnte. So half sie mit bei Produkttrainings für Außendienst-Mitarbeiter und betreute einen Messestand im Rahmen einer Roadshow, die in Berlin, Hamburg und München Station machte. "Das hat mich schnell weitergebracht", sagt Nonnenmacher. Intensive Entwicklung von Fach- und Führungskräften ist bei Vodafone nicht nur mit dem Challenger-Programm verknüpft. Mit einem runderneuerten Talent Management erhofft sich Personalchef Verna, Vodafone mittelfristig als Arbeitgeber erster Wahl für High Potentials zu präsentieren.

Auch "Move" oder "Inspire" genannte Programme sollen Trainees, Young Professionals und erfahrene Mitarbeiter auf ihrem Karriereweg weiterbringen. Zudem hat der Konzern knapp 100 Auszubildende unter die Fittiche genommen. Während an der Uni von Maastricht Führungskräfte lernen, wie man in der Telekommunikation erfolgreiche Strategien erarbeitet, büffelt an der Essener Fachhochschule für Ökonomie und Management ein gutes Dutzend Studenten fürs Bachelorexamen.
 
Von Josef Bierbrodt