Dienstreisen - aber sicher

Dienstreisen sind meist anstrengender und manchmal auch gefährlicher als die Urlaubsfahrt ins Ausland. Entsprechend höher ist das Risiko einer Erkrankung oder Verletzung. Wie können sich Mitarbeiter auf beruflichen Reisen am besten absichern?

Sei es der Kurztrip zu einem Geschäftspartner im Ausland oder auch die längere Entsendung als sogenannter Expatriate - die Risiken, denen sie im Ausland ausgesetzt sind, sollten Mitarbeiter auf Dienstreisen nicht unterschätzen: Stress, der Wechsel von Klima- und Zeitzonen, Infektionen, schlechte hygienische Verhältnisse, fehlende Sicherheitsvorkehrungen, Terrorismus, kriegerische Auseinandersetzungen und innere Unruhen - all dies kann zu unvorhergesehenen Erkrankungen oder Verletzungen führen. Wem im Ausland etwas passiert, der ist auf schnelle Hilfe und die anschließende Übernahme der Kosten angewiesen. Arztbesuche, unter Umständen Rücktransporte und im schlimmsten Fall die Folgen einer Berufsunfähigkeit oder gar des Todes sollten durch die richtigen Versicherungen abgedeckt sein.

Schutz bei Krankheiten
Eine gesetzliche Krankenversicherung reicht als Vorsorge meist nicht aus. Denn ein gesetzlich Krankenversicherter hat nur innerhalb von Ländern, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht, Anspruch auf die medizinisch notwendigen Behandlungen. Dieses Abkommen gilt unter anderem mit allen EU-Staaten sowie mit der Schweiz, der Türkei und Ungarn. In Staaten, mit denen Deutschland kein solches Abkommen geschlossen hat, bekommt der Reisende keinerlei Kosten über seine gesetzliche Krankenversicherung erstattet.

Wer sichergehen will, dass er Krankenkosten, die ihm im Ausland entstehen, wiederbekommt, sollte daher eine private Auslandsreisekrankenversicherung abschließen. Für nur wenige Euro im Jahr ist man sowohl im Urlaub als auch auf Dienstreisen abgesichert. Die Versicherungen übernehmen in der Regel alle Kosten für ärztliche Behandlungen, einschließlich Operationen, für Arzneimittel, für den Transport zum Arzt oder Krankenhaus im Ausland und - falls medizinisch notwendig - für den Rücktransport nach Deutschland. Alternativ haben einige Unternehmen mit Versicherern Rahmenverträge abgeschlossen, mit denen alle Mitarbeiter bei Dienstreisen abgesichert sind. Beschäftigte, die vor einem Auslandsaufenthalt stehen, sollten sich also bei ihrem Arbeitgeber erkundigen, ob solch eine Gruppenversicherung besteht.

Schutz bei Unfällen
Die gesetzliche Unfallversicherung über die Berufsgenossenschaft sichert Mitarbeiter bei Berufsunfällen und -krankheiten ab - auch im Ausland. Allerdings kommt sie nur für die Folgen von Vorkommnissen auf, die sich im beruflichen Umfeld ereignet haben. Wer an seine Dienstfahrt noch ein paar Tage für einen privaten Aufenthalt im Ausland dranhängt, ist nicht mehr über die Berufsgenossenschaft abgesichert. Auch Unfälle durch kriegerische Handlungen sind meist ausgeschlossen oder nur gegen einen hohen Mehrpreis möglich. Wer häufig in Krisengebiete reist, sollte also eine private Unfallversicherung abschließen, die auch Unfälle abdeckt, die durch Terrorismus oder unverschuldete Verwicklung in kriegerische Ereignisse entstanden sind - oder wiederum seinen Arbeitgeber fragen, ob dieser solch eine Versicherung abgeschlossen hat.

Schutz bei Berufsunfähigkeit oder Tod
Der Arbeitgeber ist im Rahmen seiner Fürsorgepflicht gesetzlich dazu verpflichtet, seine Mitarbeiter so zu stellen, dass ihnen durch ihre Tätigkeit im Ausland keine Nachteile entstehen. Für den Fall, dass der Mitarbeiter im Ausland ums Leben kommt oder berufsunfähig wird, muss der Arbeitgeber daher einen Hinterbliebenenschutz für die Familie des Mitarbeiters oder einen Berufsunfähigkeitsschutz gewährleisten. Da die gesetzliche Versicherung jedoch ohnehin meist zu wenig zahlt, empfiehlt sich der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung. Diese leistet auch bei Vorfällen, die sich im Ausland ereignet haben. Das Gleiche gilt für die Absicherung der Hinterbliebenen: Wer hier privat vorgesorgt hat, ist weltweit auf der sicheren Seite. Mitarbeiter, die länger als ein Jahr im Ausland verbringen, sollten sich bei all ihren Versicherungen danach erkundigen, ob auch solch ein langfristiger Aufenthalt in den Leistungen enthalten ist.
 
Von Sabine Olschner