Continental ist in Bewerberkommunikation spitze

Den Kienbaum Communications-Award 2009 für das beste Absageschreiben hat die Continental AG gewonnen. Auf den Plätzen zwei und drei landeten die TNT Express Deutschland GmbH und die Hermes Logistik Gruppe. Thomas Kleb, Geschäftsführer von Kienbaum Communications, hat die Sieger des Awards auf dem DGFP-Kongress, der Fachmesse für Personal + Weiterbildung in Wiesbaden gekürt. Continental überzeugte die Jury mit Mut zur Offenheit in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs und der aktuellen Turbulenzen rund um das eigene Unternehmen.

Im Inhalt sehr authentisch, in der Sprache klar und untheatralisch geht Continental auf die Situation des eigenen Unternehmens und die spezifische Bewerbersituation ein. TNT Express sicherte sich Platz zwei mit einer individuellen Ansprache, die die Balance zwischen Emotion und Information hält. Der drittplatzierte Hermes lenkt den Blick des Bewerbers in die Zukunft: "Das muss jedoch nicht das letzte Wort sein", heißt es im Absageschreiben von Hermes.

"Bis vor wenigen Jahren ist vielen Unternehmen die Balance zwischen effizientem Bewerbermanagement und dem Anspruch auf Individualität abhandengekommen. Hier stellen wir ein Umdenken fest: Angesichts der demographischen Entwicklung und knapper werdenden Talente richten viele Unternehmen ihre Personalpolitik nachhaltig aus. Der authentische Umgang mit Mitarbeitern und Bewerbern ist dabei ein wichtiger Baustein", sagt Kleb.

Volksbank Oberberg kommuniziert mit angehenden Azubis am besten
In der Sonderkategorie für das beste Absageschreiben an Bewerber für einen Ausbildungsplatz ging der Kienbaum Communications Award in Gold an die Volksbank Oberberg eG. Das Unternehmen gibt konkrete Tipps und Hinweise, an welchen Voraussetzungen es noch fehlt und wie die Bewerber diese erwerben können. Der Brief schließt mit der Aufforderung "Wir freuen uns auf Ihre erneute Bewerbung." Auf den Rängen zwei und drei folgen die Otto Quast GmbH & Co. KG und die Deutsche Bank AG, die den Bewerbern ein konkretes Feedback zu ihrem Profil gibt und sie so in die Lage versetzt, "in Zukunft noch besser zu sein". Noch vor der Großbank landete der Bauunternehmer Otto Quast aus Siegen: Das kleine Familienunternehmen wählt einen individuellen Ansatz für sein Absageschreiben:

"Wir wollen nicht lange drum herum reden, sehr geehrter Herr Mustermann! An der Größe des Umschlages haben Sie längst bemerkt, dass dieser Brief nichts Gutes enthält. Leider müssen wir Ihnen mit dieser Absage eine Enttäuschung bereiten, denn in unserem Auswahlverfahren sind Sie nicht in die nächste Runde gekommen. Aber lassen Sie den Kopf nicht hängen: mit Beharrlichkeit, Ehrgeiz und Engagement wird es Ihnen gelingen, mit einer qualifizierten Ausbildung den Start ins Berufsleben zu meistern. Eine saubere Bewerbung und gute Schulnoten sind ein erster Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht können Sie gerade in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch daran noch arbeiten. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihren weiteren Bewerbungen und dass Sie bald von einem anderen Unternehmen einen kleineren Umschlag bekommen - mit der Einladung zu einem Vorstellungsgespräch."

Das Buch mit allen Gewinnerschreiben können Sie ab sofort bei Kienbaum Communications vorbestellen.
 
Von Thomas Kleb