Coaching für die Führungskraft von morgen

Auch in Sachen Führung bringt jede Form des Wandels die Defizite und Herausforderungen ans Licht, denen sich Unternehmen und Manager stellen müssen. Wer heute als Führungskraft auf eigene Faust in seine mitarbeiterbezogenen Führungskompetenzen investiert, könnte in ruhigeren Zeiten dann die Nase vorne haben.

"Die Herausforderungen, die die Krise an Führungskräfte stellt, sind denen von Change-Projekten nicht unähnlich", urteilt der Führungscoach und Change-Berater Carsten Hennig. Ob dünne Auftragsbücher und knappe Spielräume zur Verschlankung eines Unternehmens angeordnet oder durch schwere Zeiten quasi äußerlicher Natur seien, "Führungskräfte benötigen in solchen Situationen nicht nur exzellenten Weitblick und gute Nerven, sondern auch außergewöhnliches Gespür für ihre Mitarbeiter", erläutert der systemische Personalentwickler aus Frankfurt am Main. So trage beispielsweise direkter Kommunikationsfluss zur Verringerung von Unsicherheit und damit zu einer Erhöhung der Motivation bei, da die Mitarbeiter sich näher an den Ereignissen fühlten und Wertschätzung von Ihren Vorgesetzten spürten, führt Hennig weiter aus.

Führungskräfte mit krisenfesten Kompetenzen sind gefragt
Die Ergebnisse der ComTeam Studie 2009 unterstreichen die Ansichten von Carsten Hennig. So sorge sich fast jeder Zweite um Job und Einkommen: Die Krise bedeute beispielsweise eingeschränkten Handlungsspielraum, höhere Arbeitsbelastung oder Sorge um den eigenen Arbeitsplatz. Gefordert seien in dieser Situation mehr denn je die Vorgesetzten, nämlich als Kommunikatoren, Entscheider, Strategen und Motivatoren. Leider belegt die Studie aber auch, dass diese Rollenmuster für Führungskräfte von den Unternehmen nicht gefördert werden, da die Manager für solches Verhalten nicht direkt belohnt würden. Vielmehr zahlten sich für sie Aspekte wie "Ziele und Ergebnisorientierung", "Marktverständnis und Kundenfokus" oder auch "wirtschaftlicher Ressourceneinsatz" aus.

"Die zukünftige Entwicklung von mitarbeiterorientierten Führungskompetenzen wird vorerst die persönliche Angelegenheit der jeweiligen Führungskraft bleiben", fasst Carsten Hennig zusammen. Doch auch der Einsatz persönlicher Energie lohne sich, so der Führungscoach weiter, denn damit arbeite die Führungskraft an ihrem Marktwert von morgen. Wenn sich nämlich die Wogen geglättet hätten, dann würden die Spielräume wieder größer - Unternehmen täten dann gut daran, die Führungskräfte an sich zu binden, die zusätzliche Energie in die Entwicklung ihrer Führungskompetenzen gesteckt haben. Die ComTeam Studie 2009 weist hierfür den Weg: "Für Führungskräfte wird externes Coaching die wichtigste Lernform der nächsten Jahre sein".
 
Von James E. Manham