Business-Englisch im Unternehmen - You can say you to me

Wer fremde Sprachen beherrscht, hat einen großen Trumpf in der Tasche. Doch viele Unternehmen vernachlässigen, worauf es in der globalisierten Wirtschaft besonders ankommt - und ziehen den Kürzeren. Denn wer Business Englisch nicht beherrscht, kann in der internationalen Geschäftskommunikation nicht mitreden.

Bayern ist nicht nur das beliebteste Reiseziel der Deutschen. Unter dem weißblauen Himmel fühlen sich auch viele ausländische Gäste wohl, vor allem Amerikaner. Nach Angaben des Münchener Fremdenverkehrsamts verzeichnet der Ansturm der US-Touristen jedes Jahr neue Rekorde. Kein Wunder, dass im Freistaat rund 650 Unternehmen aus den Vereinigten Staaten ihre Zelte aufgeschlagen haben, allein 550 aus dem High-Tech-Bereich.

Doch der große Anklang, den nicht nur Bayern bei ausländischen Investoren findet, sollte zu denken geben. Denn je mehr internationale Firmen sich hier ansiedeln, desto stärker rückt eine zentrale Qualifikation in den Vordergrund: Mitarbeiter müssen sich meist auf Englisch verständigen können. Hoffnungen auf eine berufliche Karriere, wovon viele junge Leute träumen, erfüllen sich nur für denjenigen, der perfekt parliert.

Lernen zu parlieren
Im Englischen sattelfest zu sein wird aber nicht nur von amerikanischen Arbeitgebern vorausgesetzt. Auch in vielen deutschen Firmen, die ein gewichtiges Wort in der weltweiten Wirtschaft mitreden, gibt Business Englisch den Ton an. Ohne Englisch geht nichts, heißt es etwa in der Personalabteilung der Lufthansa. Auch beim deutschen Softwarehaus SAP tauschen sich Informatiker, Entwickler aber auch Mitarbeiter in Marketing, Vertrieb oder dem Einkauf stets in der Welthandelssprache Nummer eins aus.

Diese internationale Atmosphäre ist im Mittelstand kaum anzutreffen. Viele Firmen vernachlässigen die Schlüsselqualifikation Business Englisch - und müssen dafür Lehrgeld zahlen. Laut einer Umfrage der EU-Kommission im europäischen Mittelstand gehen kleine und mittlere Unternehmen wegen mangelnder Sprachkenntnisse bei der Auftragsvergabe regelmäßig leer aus. Nicht immer drückt der Geschäftspartner ein Auge zu, wie im Beispiel der bayrischen Molkerei: Als der Vertriebsleiter einen millionenschweren Deal einfädeln wollte, bat er seinen walisischen Geschäftspartner: "Sign on the backside please". Dass der sprachliche Blackout - gemeint war die Vertragsrückseite und nicht der Allerwerteste - spontane Heiterkeit auslöste, konnte der Abgesandte nur dem britischen Humor seiner Geschäftspartner verdanken.

Mit Sprachkompetenz zum Erfolg
Daher sind mittelständische Unternehmen gut beraten, sich mit der nötigen sprachlichen Kompetenz auszurüsten. Das Angebotsspektrum im Sprachunterricht ist weit gefächert. Noch überwiegt die klassische Vermittlungsform des Frontalunterrichts, sei es bei einem externen Bildungsinstitut oder in einem Inhouse-Seminar, das meist von freiberuflichen Trainern durchgeführt wird. Daneben finden immer mehr Firmen Gefallen an Selbstlernkursen, die als CD angeboten oder im Internet aufgerufen werden können. Im Kommen ist Blended Learning, hier werden Präsenzseminar und selbstgesteuerte Lernphasen gemischt. Besonders gefragt sind Angebote, deren Ziel es ist, dass sich die Mitarbeiter schnell mit ihren Gesprächspartnern austauschen können. Im Kontakt mit Muttersprachlern hilft das Englisch, wie es in der Schule vermittelt wird, allerdings kaum. Nur wer schnell und ohne Missverständnisse mit Muttersprachlern parliert, wird auch den erhofften Geschäftserfolg realisieren können.
 
Von Max Leonberg