Betriebliches Vorschlagswesen

In vielen Unternehmen ist ein betriebliches Vorschlagswesen implementiert, das sich an alle Mitarbeiter des Unternehmens wendet. Den Mitarbeitern wird hierdurch ein Anreiz geboten, bestehende Abläufe und Prozesse zu überdenken und eigene Ideen einzubringen.

Gemäß § 87 Absatz 1 Nr. 12 Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG) hat der Betriebsrat bei den Grundsätzen des betrieblichen Vorschlagswesens ein Mitbestimmungsrecht. In der Regel werden die Regularien des betrieblichen Vorschlagswesens in einem Tarifvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung fixiert.

Die Mitarbeiter haben die Möglichkeit, Verbesserungsvorschläge einzureichen, die dazu dienen sollen, die Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu sichern bzw. zu verbessern, so dass das Unternehmen wettbewerbsfähig bleibt.

Verbesserungsvorschläge können z.B. für folgende Bereiche eingereicht werden:

  • Verbesserung von Betriebs- oder Produktionsabläufen
  • Optimierung von Produkten/ Qualitätsverbesserung
  • Einsparung von Kosten
  • Einsparung von Zeit
  • Verringerung von Arbeitsrisiken/ Reduzierung von Gefahrenpotenzial

Die eingereichten Verbesserungsvorschläge werden von einem Gremium ausgewertet, das sich aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern zusammensetzt. Je nach dem Nutzen für das Unternehmen werden die Verbesserungsvorschläge honoriert. Dies kann von einem normalen Dankesschreiben über eine Verlosung von Sachprämien oder zusätzlichen Urlaubstagen bis hin zu einer hohen Geldprämie reichen.

Gründe, die für ein betriebliches Vorschlagswesen sprechen, sind z.B.:

  • Monetäre Gründe
  • Förderung des Dialogs zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter
  • Hohes Maß an Selbstbestätigung bei umgesetzten Verbesserungen
  • Verbesserung der Bedingungen am eigenen Arbeitsplatz
  • Höhere Motivation der Mitarbeiter
  • Identifikation mit dem Arbeitsplatz und dem Unternehmen