Betriebliche Altersvorsorge ist sicher vor Insolvenz

Mit bangem Blick beobachtet heutzutage jeder die Entwicklung auf dem Kapitalmarkt. Auch Mitarbeiter, die eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) abgeschlossen haben, fragen sich besorgt: Ist meine betriebliche Rente noch sicher?

Die beruhigende Antwort vorweg: In der Regel kann dem Geld, das in einem bAV-Vertrag angespart wird, nichts passieren. Je nach Anlageform ist das Kapital auf unterschiedliche Art und Weise geschützt. Was kann im schlimmsten Fall passieren?

Altersvorsorge ist abgesichert
Szenario eins: Das Unternehmen, bei dem man angestellt ist oder war und bei dem man jahrelang in die bAV eingezahlt hat, geht pleite und kann daher den Rentenzahlungen für seine ehemaligen Mitarbeiter nicht mehr nachkommen. Handelt es sich bei der bAV um eine Direktzusage, eine Unterstützungskasse oder einen Pensionsfonds, springt in solch einem Fall der Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) ein. Dieser Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit ist eine Selbsthilfeeinrichtung der deutschen Wirtschaft zum Schutz der betrieblichen Altersversorgung. Jedes Unternehmen, das eine bAV anbietet, zahlt in den PSV ein, um die Renten seiner Arbeitnehmer für den schlimmsten Fall abzusichern. Wird der Arbeitgeber also insolvent, übernimmt der PSV die Versorgung aller Arbeitnehmer, die Anspruch auf eine insolvenzgeschützte Betriebsrente haben.

Szenario zwei: Das Versicherungsunternehmen, bei dem der Arbeitgeber den bAV-Vertrag abgeschlossen hat, geht pleite. In diesem Fall tritt die Auffanggesellschaft Protector auf den Plan. Diese Auffanggesellschaft wurde im Jahr 2002 von allen Lebensversicherungsgesellschaften gegründet, die im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft organisiert sind. Protector übernimmt im Ernstfall die laufenden Verträge aus Pensionsfonds, Pensionskassen oder Direktversicherungen und führt sie weiter. Beispielsweise musste Protector 2003 aktiv werden, als die Gesellschaft den Vertragsbestand der angeschlagenen Mannheimer Lebensversicherung übernahm.

Ausbeute ist von der Finanzmarktentwicklung abhängig
Ganz in die Röhre schauen wird der Arbeitnehmer also bei seiner bAV nicht. Wie stark sein angespartes Kapital anwachsen wird, hängt natürlich - ebenso wie bei anderen börsenabhängigen Sparformen - von der Finanzmarktentwicklung ab. Wenn einem Arbeitnehmer neben einer garantierten Verzinsung oder dem Erhalt der eingezahlten Beiträge zusätzliche Erträge in Aussicht gestellt wurden, kann es sein, dass diese geringer ausfallen als erwartet. Denn die spätere Leistung ist natürlich an die Rendite gekoppelt, die die Versorgungseinrichtung mit dem eingezahlten Kapital erzielen kann.

Ob die Zusatzerträge hoch oder niedrig sein werden, wird sich zeigen: In turbulenten Finanzzeiten ist es naturgemäß schwieriger, am Finanzmarkt eine gute Rendite zu erzielen, als in ruhigen Hochzinsphasen. Gut dran ist, wer noch ein paar Jahre Zeit hat bis zur Rente: Denn je länger Kapital angelegt wird, umso besser lassen sich schlechte Phasen ausgleichen.
 
Von Sabine Olschner