Betriebliche Altersversorgung

Vielen Arbeitnehmern ist gar nicht bekannt, dass sie einen gesetzlichen Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung haben.


Die betriebliche Altersversorgung stellt eine Ergänzung zur gesetzlichen Rentenversicherung und zur privaten Altersvorsorge der Arbeitnehmer dar. Der Arbeitgeber sagt hierbei einem Arbeitnehmer Leistungen der Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung aus Anlass seines Arbeitsverhältnisses zu. Rechtliche Grundlage ist das Gesetz zur Verbesserung der betrieblichen Altersversorgung (Betriebsrentengesetz – BetrAVG). Die Durchführung der betrieblichen Altersversorgung erfolgt entweder über den Arbeitgeber direkt oder über einen Versorgungsträger.

 

Möglichkeiten der betrieblichen Altersversorgung

1. Direktzusage
Der Arbeitgeber verpflichtet sich direkt gegenüber dem Arbeitnehmer, später für ihn Versorgungsleistungen zu zahlen. Hierfür bildet er Rückstellungen in seiner Bilanz.
2. Direktversicherung
Der Arbeitgeber (in diesem Fall Versicherungsnehmer) schließt eine Rentenversicherung für den Arbeitnehmer (Begünstigter) ab.
3. Pensionsfonds
Die Durchführung erfolgt durch rechtlich selbstständige Unternehmen. Die Anlage-strategie ist für den Arbeitnehmer mit einem größeren Risiko verbunden als bei der Pensionskasse.
4. Pensionskasse
Die Durchführung erfolgt durch rechtlich selbstständige Unternehmen. Hier stehen sichere Anlagen ohne Risiko im Vordergrund.
5. Unterstützungskasse
Die Versorgungsleistung erfolgt durch den Arbeitgeber. Die Durchführung aber durch eine rechtlich selbstständige Kasse.


Da bei Pensionsfonds, Pensionskassen und Unterstützungskassen die Durchführung bei einem rechtlich selbstständigen Unternehmen erfolgt, werden diese Arten der betrieblichen Altersversorgung auch als mittelbare Durchführungswege bezeichnet.


Bei der Direktzusage, den Pensionsfonds und den Unterstützungskassen besteht eine Pflichtversicherung beim Pensions-Sicherungs-Verein. Dieser tritt im Falle einer Insolvenz des Arbeitgebers ein und übernimmt die Zahlungen aus der Versorgungszusage an den Arbeitnehmer.


Welche der aufgeführten Möglichkeiten der Arbeitgeber anbietet, wird entweder einzelvertraglich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geregelt oder ist in einer Betriebsvereinbarung oder einem Tarifvertrag festgelegt.


Wird keine Vereinbarung oder Regelung in Bezug auf eine betriebliche Altersversorgung getroffen, so kann der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber verlangen, dass von seinen Entgeltansprüchen bis zu 4% der Beitragsbemessungsgrenze (alte Bundesländer) in der gesetzlichen Rentenversicherung durch Entgeltumwandlung für seine betriebliche Altersversorgung verwendet werden. Bei der Entgeltumwandlung handelt es sich also um eine ausschließlich vom Arbeitnehmer finanzierte betriebliche Altersversorgung. Der geförderte Höchstbetrag liegt für 2009 bei jährlich 2.592 Euro, also monatlich bei 216 Euro.


Durch die Entgeltumwandlung fließt ein Teil des Gehaltes somit steuer- und sozialabgabenfrei in die Betriebsrente ein. Oft wird das Urlaubs- oder Weihnachtsgeld für die Entgeltumwandlung verwendet, so dass der gesamte Jahresbeitrag mit einer einzigen Zahlung beglichen wird. Gerade für Besserverdienende mit einem hohen Steuersatz lohnt sich die Ersparnis. Der Arbeitgeber profitiert ebenfalls von dieser Möglichkeit, da auch er Steuern und Sozialabgaben spart.


Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, die betriebliche Altersversorgung seiner Mitarbeiter finanziell zu unterstützen. In der Praxis beteiligt sich der Arbeitgeber jedoch oftmals durch Zuschüsse an den Versorgungsbeiträgen seiner Arbeitnehmer.


Der Arbeitgeber muss laut § 1 Abs. 1 BetrAVG für die Erfüllung der von ihm zugesagten Leistungen einstehen, also auch dann, wenn die Durchführung nicht unmittelbar über ihn sondern über einen Versorgungsträger erfolgt.


Unverfallbare Anwartschaft:


Einem Arbeitnehmer, dem Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung zugesagt worden sind, bleibt seine Anwartschaft erhalten, wenn

  • das Arbeitsverhältnis vor Eintritt des Versorgungsfalls, jedoch nach Vollendung des 25. Lebensjahres endet

und

  • die Versorgungszusage zu diesem Zeitpunkt mindestens 5 Jahre bestanden hat.


Zusagen aus einer Entgeltumwandlung sind sofort unverfallbar.


Bei einem Arbeitgeberwechsel ist es möglich, die unverfallbare Anwartschaft mitzunehmen, sofern sich der neue Arbeitgeber dazu bereit erklärt. Er ist jedoch nicht dazu verpflichtet, die Anwartschaft zu übernehmen.


Im Alter ist die Betriebsrente voll steuerpflichtig.


Vorteile für den Arbeitnehmer:

  • Steuervorteile
  • Evtl. finanzielle Beteiligung des Arbeitgebers
  • Kapitalwahlrecht garantiert Flexibilität am Ende der Laufzeit (Auszahlung in einer Summe ist möglich)
  • Absicherung der Geldanlage auch bei Insolvenz (ggf. durch Pensions-Sicherungs-Verein / PSV)
  • unter bestimmten Bedingungen Erwerb einer unverfallbaren Anwartschaft


Aufgrund der Komplexität dieses Themas wird keine Gewähr auf Vollständigkeit gegeben. Der Abschluss einer betrieblichen Altersversorgung bedarf sicherlich einer individuellen persönlichen Beratung.