Auswahl-Risiko

Bei der Auswahl des geeigneten MBA-Programms gibt es verschiedene Kriterien. Doch die Tücken liegen oftmals im Detail. Die Platzierung in den Ranglisten, die Akkreditierung oder schlichtweg der Preis?

"Gerankt als bestes MBA-Programm in Europa", wirbt ein Schweizer MBA-Anbieter. Doch Vorsicht. Hinter der Rangliste steckt eine Marketing-Agentur und die gute Platzierung hat daher nur wenig mit der Qualität des Programms zu tun. Entscheidend ist daher stets, wer die Bewertung durchgeführt hat. Als weitgehend seriös gelten dabei zum Beispiel die Ranglisten von Business Week, Economist und Financial Times. Allerdings legt jedes Ranking andere Kriterien an. Bei einem zählt vor allem das Gehalt der Absolventen, beim anderen die Meinung der Personalmanager. Daher gilt: Gehört ein MBA-Programm in mehreren Ranglisten zu den Besten, ist das ein gutes Indiz für seine Qualität. Der genauen Platzierung sollte man allerdings keinen zu großen Wert beimessen.

Ein weitaus wichtigerer Anhaltspunkt ist die Akkreditierung. Die Begutachtung durch eine externe Organisation verspricht die Einhaltung von erprobten Qualitätsstandards. Doch auch hier ist wichtig, wer akkreditiert. Weltweit stehen dabei die Gütesiegel AACSB International (Association to Advance Collegiate Schools of Business), Equis (European Quality Improvement System) und die Amba (Association of MBAs) für die hohe Qualität eines Programms. In Deutschland werden MBA-Programme im Auftrag des Akkreditierungsrates von vier Agenturen begutachtet. Im internationalen MBA-Markt spielt ihre Akkreditierung jedoch kaum eine Rolle.

Die Preisspanne bei MBA-Programmen ist enorm. Während manche Schulen sich schon mit 10.000 Euro zufrieden geben, verlangen andere über 50.000 Euro. Doch Vorsicht: Ein hoher Preis bedeutet nicht automatisch auch eine hohe Qualität. Andererseits lassen sich renommierte Schulen natürlich auch ihren guten Ruf bezahlen. Davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Hat eine Schule Interesse an einem besonders guten Kandidaten, findet sie auch eine Lösung, sei es durch einen günstigen Kredit oder ein (Teil-)Stipendium.
 
Von Bärbel Schwertfeger