Arbeitsmarkt - Verdeckt ermitteln

Ob eine Bewerbung Erfolg hat, hängt nicht davon ab, wie brav man die Vorgaben aus der Ratgeberliteratur umsetzt und schnell auf Stelleninserate antwortet. Insider wissen längst, dass nur ein Bruchteil der freien Stellen überhaupt veröffentlicht wird. Die meisten Positionen werden im verdeckten Arbeitsmarkt gehandelt.

Werden Jobs "unter der Hand" angeboten, muss man andere Wege gehen. Besonders Ausgeschlafene bandeln frühzeitig mit ihren späteren Arbeitgebern an: etwa übers Praktikum, aus dem sich wiederum die Diplomarbeit ergibt, die im Unternehmen geschrieben werden kann. Der Betrieb ist einem vertraut, man kennt die entscheidenden Leute und hat vor allem signalisiert: Ich fühle mich hier wohl, will weiter lernen und mein Können in den Dienst der Firma stellen. Solche Kandidaten behält jeder Personalchef im Auge.

Arbeitsmarkt durch Networking und Initiativbewerbung aufdecken
Weitere "Guerilla-Taktiken" sind die Blindbewerbung oder gezieltes Networking: "Der Vater von Peter hat gesagt, in der Entwicklungsabteilung seiner Firma werden dringend neue Leute gesucht." Auch die Einschaltung eines Personalberaters kann den Start ins Berufsleben erleichtern. Headhunter sitzen an der Schaltstelle und wissen genau, welche Firma kurz davor ist, ihre Belegschaft aufzustocken.

Möglicherweise stimmt einfach die "Chemie". Einige Kandidaten hat der Berater bereits vorgeschlagen, doch irgendwie sprang der Funke nicht über. Hat der Bewerber aber den richtigen Mix aus fachlichen und persönlichen Qualitäten im Gepäck, könnte es schneller gehen als in kühnster Phantasie erträumt. Und dafür nimmt der Personalberater keinen einzigen Cent.
 
Von Max Leonberg