Altersvorsorge für Gutverdienende

Für einen hohen Lebensstandard auch im Alter reicht die gesetzliche Rente schon lange nicht mehr aus. Noch nicht bei allen bekannt ist hingegen die Rürup-Rente, auch Basis-Rente genannt. Sie wurde vor allem für Selbstständige konzipiert, ist aber auch ein Produkt, das für Angestellte mit hohem Gehalt interessant sein könnte.

Bei der Altersvorsorge, die nach dem Wirtschaftsweisen Bert Rürup benannt wurde, handelt es sich um eine steuerlich geförderte Rentenversicherung. Im Jahr 2007 sind Altersvorsorge-Ausgaben bis maximal 12.800 Euro (bei Verheirateten bis 25.600 Euro) absetzbar - genauer gesagt, zu 64 Prozent der Höchstfördersumme von 20.000 Euro. In den Folgejahren steigt der Anteil der steuerfreien Ausgaben jeweils um zwei Prozent, bis 2025 und in den Folgejahren dann die vollen 20.000 Euro (40.000 Euro bei Ehepaaren) steuerlich abgesetzt werden können.

Steuerersparnis bei hohem Grenzsteuersatz
Das bedeutet jedoch nicht, dass Arbeitnehmer den kompletten Betrag steuerfrei in die Rürup-Rente stecken können. Es müssen nämlich noch die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung abgezogen werden - Arbeitnehmer- wie Arbeitgeberanteil. Ein Rechenbeispiel: Anton Meyer, ledig, erhält ein Bruttogehalt von 30.000 Euro. Er zahlt in die gesetzliche Rentenversicherung 9,95 Prozent, also 2985 Euro ein, sein Arbeitgeber noch einmal den gleichen Betrag. In die Rürup-Rente investiert Meyer monatlich 100 Euro. Der Jahresbeitrag von 1200 Euro plus die Einzahlungen in die Rentenkasse ergeben zusammen 7170 Euro. Im Jahre 2007 kann er davon 64 Prozent - also rund 4589 Euro - minus den steuerfreien Arbeitgeberbeitrag zur Rentenversicherung (2985 Euro) steuerlich geltend machen. Seine Steuerlast wird also um 1604 Euro gemindert. Bei einem angenommenen Grenzsteuersatz von 31 Prozent spart Meyer somit im Jahr 2007 knapp 500 Euro Steuern.

Interessant ist die Rürup-Rente besonders für Angestellte, die einen hohen Grenzsteuersatz haben, also ein hohes zu versteuerndes Einkommen. Diese Gruppe profitiert besonders stark von den steuerlichen Abzugsmöglichkeiten der Rürup-Rente. Noch besser stehen Selbstständige da, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen: Sie müssen lediglich die Beiträge anrechnen, die sie unter Umständen an ihr berufsständisches Versorgungswerk zahlen. Sind sie kein Versorgungswerk-Mitglied, können den vollen Freibetrag zur Rürup-Rente steuerlich geltend machen.

Vor- und Nachteile abwägen
Rürup-Verträge können als konventionelle Rentenversicherung oder als fondsgebundene Lebensversicherung abgeschlossen werden. Dazu müssen sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

  • Das angesparte Kapital muss in einer monatlichen Rente ausgezahlt werden.
  • Die Rentenzahlungen dürfen erst nach Vollendung des 60. Lebensjahres beginnen.
  • Die Ansprüche aus den Verträgen dürfen weder beliehen noch verkauft werden.
  • Die Ansprüche dürfen nicht vererbbar sein.


Der größte Vorteil liegt in der nachgelagerten Besteuerung. Das bedeutet: Die Beiträge, die man in die Versicherung einzahlt, sind steuerfrei, erst die späteren Rentenzahlungen müssen versteuert werden. Falls nicht andere Einkünfte - wie etwa Mieteinnahmen - das Einkommen im Alter erhöhen, ist der Steuersatz für Rentner in der Regel geringer als während des Arbeitslebens. Bei der Berechnung sollte man jedoch bedenken: Je jünger man ist, um so mehr von seiner Rente gibt man später an den Fiskus. Angestellte, die 2007 in Rente gehen, müssen 54 Prozent ihrer Rente versteuern, Rentner ab dem Jahr 2040 versteuern 100 Prozent. Ein Vorteil der Rürup-Rente ist der Schutz vor dem Zugriff von Hartz IV: Im Fall einer längeren Arbeitslosigkeit bleibt das Geld bei der Anrechnung von Vermögen unberücksichtigt.

Nachteile: Versicherte können nicht - wie bei anderen privaten Rentenversicherungen - wählen, ob sie ihre Rente in einer Summe oder als monatliche Rente ausbezahlt bekommen. Man muss also darauf spekulieren, möglichst lange zu leben. Vor Ende des 60. Lebensjahres besteht zudem keine Möglichkeit, auf das Geld zuzugreifen, was die Anpassung an veränderte Lebensumstände schwierig macht. Wenn der Versicherte seinen 60. Geburtstag nicht erlebt oder kurz darauf verstirbt, haben auch seine Angehörigen keinen Zugriff mehr auf das Geld - es sei denn, der Vertrag wurde mit einer Hinterbliebenenabsicherung kombiniert. Mit einem Beitragsaufschlag können auch Ehegatte und kindergeldberechtigte Kinder abgesichert werden.

Da Ertrag und Steuerersparnis bei der Rürup-Rente also von vielen Faktoren abhängen, ist es ratsam, vor Abschluss unabhängige Experten in Anspruch zu nehmen. Verbraucherberatungen oder auch Steuerberater können bei der Berechnung helfen.
 
Von Sabine Olschner